Kommunale Biodiversitätsstrategien auf dem Vormarsch
Der Stellenwert der biologischen Vielfalt in Städten und Gemeinden nimmt zu. Dies zeigt sich in der wachsenden Zahl kommunaler Biodiversitätsstrategien. Das bundesweite Bündnis zur kommunalen Vielfalt umfasst mittlerweile 89 Städte und Gemeinden.
Immer mehr Kommunen richten ihre Handlungsfelder auf den Schutz und die Entwicklung der biologischen Vielfalt aus. Dadurch entstehen Synergien, die mit der Lebensqualität, einem positiven Image als Standortfaktor und der Anpassung an den Klimawandel in Städten verbunden sind.
Eine neue Broschüre zeigt auf, wie Städte und Gemeinden den Schutz der biologischen Vielfalt vor Ort umsetzen können. Der Siedlungsraum ist ein häufig unterschätzter Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Parks, Biotope, Stadtwälder und Brachflächen bieten durch extensive Nutzung Chancen für Artenreichtum.
Eine gut durchgrünte Stadt fördert den Anteil einheimischer Arten und Arten mit besonderen Lebensraumansprüchen und steigert die Lebensqualität der Bewohner.
Das Bündnis 'Kommunen für die biologische Vielfalt' setzt genau da an. Es möchte die Beziehung zwischen Mensch und Natur nachhaltig und für beide Seiten vorteilhaft gestalten. Natur im Siedlungsbereich darf die Menschen nicht durch Zäune und Verbotsschilder ausschließen, sondern sollte die lebendige Erfahrung mit ihr ermöglichen. Wie das praktisch gelingen kann, zeigt die jetzt veröffentlichte Broschüre.
Die Broschüre beleuchtet die wissenschaftlichen Grundlagen des Schutzes der biologischen Vielfalt vor Ort und zeigt, wie Projekte erfolgreich umgesetzt werden können. Sie informiert über aktuelle Fragen des kommunalen Naturschutzes anhand zahlreicher Praxisbeispiele und verdeutlicht die Komplexität des Themas für Kommunen.
Relevant sind nicht nur klassischen Fragen des Naturschutzes, sondern vor allem deren Verknüpfung mit der aktuellen Stadtentwicklung: Soziale Fragen spielen hierbei ebenso eine Rolle wie beispielsweise der Umgang mit Brachflächen.
Die zunehmende Zahl kommunaler Biodiversitätsstrategien, beispielsweise in Augsburg, Berlin, Erfurt, Ingolstadt, Landshut oder Hannover, zeigt, wie sich Herausforderungen des klassischen Naturschutzes mit Fragen der Stadtplanung und -entwicklung vereinbaren lassen.
Die Broschüre "Städte und Gemeinden im Wandel" ist eine gemeinsame Publikation des Bundesamts für Naturschutz (BfN), der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) und des Bündnisses "Kommunen für biologische Vielfalt" e.V.
