Gartenbau im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit – Einblicke und Diskussionen
Stübgen konnte sich vor Ort ein Bild von der Vielfalt und Wirtschaftskraft des deutschen Gartenbaus machen. Vertreter des ZVG und des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg e.V. nutzten die Gelegenheit, verschiedene Themen zu erörtern. Dazu gehörten das einzelbetriebliche Risikomanagement, die Zulassungssituation im Pflanzenschutz sowie die Verlängerung des Bundesprogramms Energieeffizienz. Auch die Situation der Gartenbauwissenschaft an Universitäten wurde thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war die Torfreduktion und die Verwendung von Wirtschaftsdünger in der gartenbaulichen Produktion. Jürgen Mertz, Präsident des ZVG, betonte die Innovationskraft des Gartenbaus:
Wir unterstützen das Torfminderungsziel der Bundesregierung. Deswegen setzen wir uns als ZVG auch im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens „Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau“ ein. Um dem Kunden die gewünschte Produktqualität bieten zu können, bedarf es aber entsprechend alternativer Ausgangsstoffe. Ein vollständiger Verzicht auf Torf ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
Die Vertreter des Ministeriums bestätigten, dass im Rahmen der Torfminderungsstrategie des BMEL Alternativen identifiziert und zur Praxisreife entwickelt werden sollen. Von einem Verbot werde abgesehen.
Herausforderungen in der Staudenproduktion
Klaus-Peter Manig, Inhaber der Staudengärtnerei, verdeutlichte, dass eine torffreie Produktion von qualitativ hochwertigen Stauden derzeit nicht umsetzbar sei. Er hob zudem den Beitrag von Stauden zur Steigerung der Biodiversität im öffentlichen Grün hervor. Die Gärtnerei Manig vermarktet jährlich etwa eine halbe Million Stauden.
