Naturschutz

Holz als Klimaschutzfaktor: Ergebnisse der Statustagung der Charta für Holz

Die Statustagung der Charta für Holz in Berlin diskutierte Handlungserfordernisse zur verstärkten Holzverwendung. Ziel ist die Integration von Holz in den Wirtschaftskreislauf als Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung. Die Tagung betonte die Rolle des Clusters Forst und Holz.

Handlungsempfehlungen und Diskussionen zur Holzverwendung

Auf der Statustagung der Charta für Holz in Berlin wurden Handlungserfordernisse und konkrete Vorschläge zur verstärkten und effizienten Holzverwendung diskutiert. Ziel ist es, Holz als Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung stärker in den Wirtschaftskreislauf zu integrieren.

Dr. Eva Müller, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), betonte die Rolle des Clusters Forst und Holz:

Dank unserer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Produktionsweise und dank permanenter Forschung und Entwicklung moderner Technologien sind wir die Schlüsselbranche für den Schutz von Klima und Umwelt. Holz als den wichtigsten nachwachsenden Rohstoff mit dem Ziel des Klimaschutzes stärker und langanhaltender in die Wirtschaftskreisläufe einzuspeisen, um der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlendioxid zu entziehen.

Der Wald müsse auch in einer veränderten, klimatauglicheren Baumarten-Zusammensetzung weiterhin den Rohstoff Holz liefern, um nichterneuerbare Rohstoffe zu ersetzen. Müller forderte, die Öffentlichkeit mit sachlichen Argumenten und Fakten zu überzeugen und Überzeugungsarbeit bei jenen zu leisten, die der Verwendung von Produkten aus nachhaltiger Waldwirtschaft noch kritisch gegenüberstehen. Die Charta für Holz 2.0 sei ein Meilenstein des Klimaschutzplanes 2050 und diene als „Regieanweisung“ für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen.

Diskussionen und Handlungsempfehlungen

Die Tagungsteilnehmer bewerteten und diskutierten die bisherige Arbeit der sechs Handlungsfelder der Charta für Holz 2.0. Einigkeit bestand darin, dass der Erhalt und die Wiederherstellung der Wälder nach jüngsten Schadensereignissen oberste Priorität haben. Hierbei wurde der Kompetenzausbau in der Forstpflanzenzüchtung für klimawandeltaugliche Baumarten sowie die Entwicklung umweltschonender Holzernteverfahren hervorgehoben.

Breite Zustimmung fand die Forderung nach einer Holzbauoffensive. Hierfür sollen nicht mehr zeitgemäße baurechtliche Verordnungen novelliert und öffentliche Auftraggeber, Planer sowie Bauaufsichtsbehörden fortgebildet werden. Klima- und Umweltaspekte sollen bereits bei Ausschreibungen stärker berücksichtigt werden. Bund und Länder sollen eine Vorbildfunktion für klimagerechtes Bauen einnehmen.

Als zentrales Zukunftsthema wurde die Kreislaufwirtschaft adressiert. Der Sektor zeige bereits Potenziale zur effizienten Nutzung von Holz im Sinne der Kaskadennutzung. Altholz soll verstärkt als Rohstoffquelle genutzt und die Verfahren zur Sortierung und Aufbereitung verbessert werden.

Holz in der Bioökonomie und Fachkräftesicherung

Die Diskussion zum Potenzial von Holz in der Bioökonomie zeigte verstärkten Handlungsbedarf auf. Die Notwendigkeit eines auf nachwachsenden statt auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaftens sei in der Öffentlichkeit noch nicht ausreichend verankert. Zudem sollen vorhandene Forschungsergebnisse transparenter in Industrie und Praxis umgesetzt werden. Wissenschafts- und Wirtschaftsvertreter betonten die Notwendigkeit, andere Industriezweige außerhalb des Sektors Forst & Holz stärker in die Diskussionen einzubeziehen.

Die Charta-Arbeitskreise sehen eine ihrer nächsten Aufgaben in der gezielten Information der Gesellschaft über die Rolle des Clusters Forst und Holz bei der Umsetzung von Klimaschutz und Bioökonomie durch nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft. Eine Bildungsoffensive zur Sicherung des Fachkräftebedarfs des Sektors sowie ein verstärktes übergreifendes Netzwerkmanagement innerhalb der Branche sollen diese Ziele unterstützen.

Dirk Alfter vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft resümierte:

Die Bewältigung der Klimakrise und die Schonung endlicher Ressourcen wird nur mit einem breiten Bündnis von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelingen. Dafür liefert der Dialogprozess der Charta für Holz 2.0 den Handlungsrahmen. Die Statustagung hat gezeigt, dass dieser Prozess erfolgreich läuft. Die Impulse aus der Veranstaltung werden nun in den sechs Handlungsfeldern der Charta weiterbearbeitet. Wenn alle Akteure Ihre Hausaufgaben machen, wird die Charta für Holz Erfolge zeigen.

Hintergrund der Charta für Holz 2.0

Die Charta für Holz 2.0 wurde im April 2017 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiiert. Sie basiert auf einem Beschluss der Agrarministerkonferenz und ist ein Gemeinschaftswerk mit Verbänden, Organisationen und Verwaltungen. Die Charta bildet den Rahmen für einen dauerhaften gesellschaftlichen Dialogprozess. Ziel ist es, die Erkenntnis zu verankern, dass der verstärkte Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft für Klimaschutz, Ressourcenschonung und die Stärkung ländlicher Räume unverzichtbar ist. Das Cluster Forst und Holz setzt diese Erkenntnisse um.

Das BMEL beauftragte die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) mit der Betreuung des Charta-Prozesses. Eine Steuerungsgruppe und sechs Arbeitsgruppen wurden eingesetzt, um verschiedene Interessengruppen durch Fachgespräche, Workshops, Plattformen und Tagungen zu beteiligen.

26.09.2019

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