Naturschutz

Mais-Stangenbohnen-Mischanbau: Ökologische Vorteile für den GaLaBau

Der Mischanbau von Mais und Stangenbohnen für Biogasanlagen verspricht ökologische Vorteile wie reduzierten Düngereinsatz und Bodenerosionsschutz. Die HfWU Nürtingen untersucht diese Potenziale, um praktische Vorteile zu identifizieren und Fördermaßnahmen zu entwickeln.

Potenziale des Mischanbaus von Mais und Stangenbohnen

Der Mischanbau von Mais und Stangenbohnen für Biogasanlagen verspricht ökologische Vorteile. Dazu gehören ein reduzierter Einsatz von Mineraldünger, die Verringerung von Bodenerosion und Nitrateinträgen ins Grundwasser. Zudem kann dieser Anbau Schutz für bodenbrütende Vögel bieten und Insekten Nahrung liefern. Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) untersucht in einem aktuellen Projekt, welche dieser potenziellen Vorteile in der Praxis tatsächlich eintreten.

Silomais eignet sich, bei entsprechender Sortenwahl, für den Mischanbau mit Stangenbohnen. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe. Die Bohnen, als Leguminosen, können Stickstoff aus der Luft fixieren. Dieses Anbausystem, das ursprünglich aus Südamerika stammt, soll im Vergleich zum Mais-Reinanbau ökologische Vorteile bei geringen wirtschaftlichen Einbußen bieten. Die Forscher der HfWU Nürtingen prüfen in Düngungsversuchen, inwieweit bei diesem Mischanbau auf mineralischen Stickstoffdünger verzichtet werden kann. Dazu wird das Gemenge auf Flächen mit unterschiedlicher Stickstoffversorgung angebaut.

Stickstoffbilanz und Biodiversität im Fokus der Forschung

Die Forschung konzentriert sich auf mehrere Fragen: Nutzen die Bohnen auf Flächen mit geringer Stickstoffversorgung ihre Fähigkeit zur Stickstoff-Fixierung aus der Luft und überlassen dem Mais den Stickstoff aus dem Bodenvorrat und organischer Düngung? Verzichten die Bohnen umgekehrt auf gut versorgten Flächen auf die Luftstickstoff-Fixierung? Sollte dies der Fall sein, könnte auf zusätzlichen mineralischen Stickstoffdünger verzichtet werden. Dies würde dazu beitragen, Stickstoffüberschüsse zu reduzieren und potenzielle Nitrateinträge in Grund- und Oberflächengewässer zu senken.

Zusätzlich wird untersucht, ob der Mais-Bohnen-Anbau die Biotopqualität für bodenbrütende Vögel, Insekten, Tausendfüßer und Spinnen verbessern sowie das Risiko von Bodenerosion verringern kann. Neben der Überprüfung dieser Thesen bewerten die Forscher die Umweltvorteile auch ökonomisch mittels eines Vermeidungskostenansatzes. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für Fördermaßnahmen dienen.

Hintergrund und Projektförderung des Mischanbaus

Mais gilt nach Feldgemüse und Kartoffeln als Kultur mit dem höchsten Risiko der Stickstoffauswaschung. Im Reinanbau bietet Mais kein geeignetes Bruthabitat für Feldvögel. Deren Bestandsrückgang erfordert großflächige Veränderungen in der Agrarlandschaft. Eine Aufwertung der Maisflächen, die rund 20 Prozent der deutschen Ackerfläche ausmachen, könnte hier einen Beitrag leisten.

Das Projekt trägt den Titel „Ökologische und ökonomische Bewertung des Gemengeanbaus von Mais (Zea mays L.) mit Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris L.) unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf Stickstoffbilanz und Biodiversität“. Es wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert.

13.02.2019

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