Aus- und Weiterbildung, Branchenverbände

Moderne Technik in der Baumschulproduktion

Die Baumschulproduktion wird zunehmend von moderner Technik geprägt. Ein Pressetermin im Gartenbauzentrum Schleswig-Holstein beleuchtete die Bedeutung von Technik in der Ausbildung angehender Baumschulgärtner. Praxisnahe Lehrinhalte und gute Berufsperspektiven zeichnen den Beruf aus.

Technikeinsatz und Ausbildung im Gartenbauzentrum

Die Produktion im Gartenbau, insbesondere in Baumschulen, ist zunehmend von moderner Technik geprägt. Dies wurde während eines Pressetermins im Gartenbauzentrum (GBZ) Schleswig-Holstein deutlich. Vertreter des Bundes deutscher Baumschulen (BdB), der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LK S-H) und der Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik Schleswig-Holstein (DEULA S-H) GmbH informierten über die Bedeutung von Technik in der Ausbildung angehender Baumschulgärtner.

Seit Sommer 2006 sind die Berufsschule und die LK im Gartenbauzentrum in Ellerhoop an einem gemeinsamen Standort vereint. Im Rahmen einer mehrtägigen überbetrieblichen Ausbildung (ÜA) lernen die Auszubildenden dort den Umgang mit Fahrzeugtechnik, wie beispielsweise Schleppern. Die DEULA Schleswig-Holstein vermittelt seit 2008 die technischen Lehrinhalte der ÜA nach dem Konzept "Lernen durch Begreifen". Dabei wird Wert auf eine praxisnahe und lebendige Unterrichtsgestaltung gelegt.

Es ist ein schöner Erfolg, dass mit der örtlichen Einheit, der Berufsschulunterricht und die überbetriebliche Ausbildung der Landwirtschaftskammer in einer Lernortkooperation umgesetzt wird und die Ausbilder die Lehrinhalte praxisnah vermitteln können.

Dies unterstreicht Christiane Nissen, Fachbereichsleiterin für Berufsbildung im Gartenbau der LK S-H. Arnd Schurig, Vorsitzender des Ausbildungsausschusses im Verbandsgebiet, ergänzt, dass nicht jeder Betrieb alle Lerninhalte abdecken kann. Die räumliche Nähe der 292 Baumschulen im Kreis Pinneberg zur Berufs- und Fachschule sowie zur Landwirtschaftskammer mit der ÜA sei ein Vorteil für angehende Baumschuler und Meister.

Schurig empfiehlt Interessenten ohne Vorkenntnisse ein Vorpraktikum, um die Arbeit mit Pflanzen kennenzulernen. Er betont, dass die Vielfalt an Technik in Baumschulen groß ist und je nach Produktionsschwerpunkt variiert. Angehende Baumschulgärtner sollten daher keine Scheu vor dem Umgang mit Geräten haben.

Dr. Frank Schoppa, BdB-Landesverbandsgeschäftsführer, hebt die beruflichen Perspektiven hervor:

In Anbetracht von Klimawandel und Verstädterung wird der Beruf "Baumschuler/-in" immer wichtiger, da nur sie als "Grüne Fachleute" den natürlichsten "Klimaschützer" GRÜN produzieren und damit für eine nachhaltig grüne Umwelt sorgen können. Baumschuler haben deshalb immer eine gute berufliche Perspektive, und das weltweit!

Ausgebildete Baumschuler können in verschiedenen Bereichen tätig werden, darunter in Baumschulen, im Einzelhandel oder in Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus. Weiterbildungsmöglichkeiten reichen vom Gärtnermeister über den Gartenbautechniker bis hin zu einem Studium in Gartenbau oder Landschaftsarchitektur. Die betriebliche Ausbildung erfolgt in anerkannten Ausbildungsbetrieben und wird durch überbetriebliche Lehrgänge der Landwirtschaftskammer ergänzt, um spezielle Ausbildungsinhalte zu vermitteln.

Die Ausbildung findet zu 97 Prozent am Schulstandort im GBZ in Ellerhoop und in Betrieben des Pinneberger Baumschulgebietes statt. Die reinen Baumschuler-Berufsschulklassen ermöglichen eine intensive Unterrichtsgestaltung. Seit 2008 wird die zusätzliche Durchführung der ÜA im umweltschonenden Produktionsbereich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) finanziell unterstützt. Die Norddeutsche Fachschule für Gartenbau, ebenfalls im GBZ angesiedelt, bietet die Weiterbildung zum Gärtnermeister an.

Aktuell werden in Schleswig-Holstein 160 Jugendliche in 48 Baumschulen zu Baumschulgärtnern ausgebildet. Zusätzlich absolvieren sechs Baumschuler die einjährige Meisterausbildung an der Norddeutschen Fachschule im GBZ. Die Baumschulen stellen damit etwa ein Viertel der gärtnerischen Auszubildenden in Schleswig-Holstein. Im Herbst 2009 schlossen 56 Auszubildende ihre Ausbildung zum Baumschulgärtner ab, davon waren fast 30 Prozent weiblich.

10.02.2010

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