Mittelalterliche Wallgrabenzone als Vorbild für moderne Stadtplanung in Kleve

Wege-, Platz- und Terrassenbau

Kleve hat ein neues Entrée für seine Fußgängerzone geschaffen, das eine historische Wallgrabenzone nachzeichnet. Die Gestaltung verbindet historische Formen mit funktionalen Elementen und ökologischen Ansprüchen.

Historische Formen und funktionale Gestaltung in Kleve

Grundlage für die Planung des rund 5.000 m² großen Areals war eine wasserführende Grabenzone, die im Mittelalter einen Wallgrabenring bildete. Pascale Finke, Planerin im Stadtplanungsamt, betonte die Absicht, historische Formen und Linienführungen aufzugreifen und einen funktionalen Lebensraum für die Bürger zu schaffen.

Ein wesentlicher Aspekt war die Neugestaltung der angrenzenden Hafenstraße. Diese erhielt eine zweigeteilte Fahrbahn, wobei eine Platanenreihe den Mittelstreifen bildet. Dadurch entstand mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger. Die Straße führt nun um den ehemaligen Wallgraben herum.

Eine zentrale Rolle spielte auch die geplante Wasseranlage. Mit einer neu geschaffenen Wasserpromenade sollte der Charakter der ursprünglichen Wallgrabenzone unterstrichen werden.

Wasserelemente und versickerungsfähige Flächen als ökologische Lösung

Zwölf Wasserfontänen speisen zwei Natursteinrinnen. Das gesammelte Wasser fließt in zwei Meter breiten Vertiefungen eine neunstufige Treppe hinunter, die begehbar ist. Anschließend wird das Wasser in zwei natursteinausgekleideten Becken gesammelt, die durch die PKW-Zufahrt zum Rathaus-Parkplatz getrennt sind. In den Becken befinden sich jeweils drei Fontänen, die zusätzlich Wasser zuführen und durch parabelförmige Wasserstrahlen ein optisches Element bilden.

Das Wasser wird über eine sechsstufige Kaskade erneut in Bewegung gesetzt, bevor es über eine 2,50 Meter breite Rinne aus Basaltsteinen am Ende des Minoritenparkplatzes in einem Schacht verschwindet und wieder nach vorne gepumpt wird.

Auch bei der Neuordnung des ruhenden Verkehrs spielte Wasser eine Rolle. Abzweigend von der neuen Hafenstraße wurden Parkplätze mit rund 50 Stellplätzen geschaffen. Die Stadt Kleve setzt bei der Gestaltung solcher Parkplätze auf versickerungsfähige Pflastersysteme, die ökologischen Ansprüchen genügen. Die Entscheidung fiel auf das multifunktionale Pflastersystem UNI-Priora öko.

Dieses System verfügt über drei Zentimeter breite Fugen, die eine ortsnahe Versickerung ermöglichen und somit den Niederschlag in den natürlichen Wasserkreislauf zurückführen. Verbundnocken an jedem Stein gewährleisten Stabilität und Verschiebesicherung. Dieses System ist darauf ausgelegt, dynamische Kräfte aufzunehmen und gleichmäßig auf benachbarte Steine zu verteilen.

"Ausschlaggebend für das Priora-System war die dauerhafte Versickerungsleistung der öko-Steine bei gleichbleibend guter Verschiebesicherung", so Robert Görtz, Niederlassungsleiter der Firma Heinrich Niemeier, die die Steine lieferte.

Am 12. Mai wurde das neu gestaltete Areal zwischen dem Klever Rathaus und dem historischen Museum Haus Koekkoek eröffnet.

Weitere Informationen:

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