Park- und Aussenanlagen

Wiederherstellung des Östlichen Lustgartens in Park Sanssouci

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten setzt die Wiederherstellungsarbeiten im Östlichen Lustgarten fort. Ab dem 24. Februar 2015 beginnen Instandsetzungsmaßnahmen im Holländischen Garten. Ziel ist die Vollendung des spätbarocken Zustandes dieses Gartenareals.

Fortschritte bei der Wiederherstellung des historischen Gartenareals

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) setzt die 2014 begonnenen Wiederherstellungsarbeiten im Östlichen Lustgarten unterhalb der Bildergalerie im Park Sanssouci fort. Nach der Erneuerung von Wege- und Platzflächen um das Oranier- und Mohrenrondell, der Sanierung und Erweiterung von Be- und Entwässerungsleitungen sowie der Nachpflanzung von Hecken im vergangenen Jahr, beginnen ab dem 24. Februar 2015 Instandsetzungsmaßnahmen im Holländischen Garten vor der Bildergalerie.

Das gartendenkmalpflegerische Konzept sieht die Reparatur vorhandener Entwässerungsleitungen und die Installation neuer Bewässerungseinrichtungen für geplante Obstbaumpflanzungen ab 2016 vor. Zudem erfolgt eine Grundsanierung der Wege, bei der alte Kantensteine versetzt und Heckenlinden entnommen werden. Das 2014 archäologisch untersuchte Parterre wird auf die friderizianischen Maße zurückgeführt. Diese Maßnahmen schaffen die Voraussetzungen für die Nachpflanzung der Laubengänge im Jahr 2016, die Friedrich der Große 1765 anlegen ließ.

Die Arbeiten sind mit der Unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam abgestimmt. Ziel ist die Vollendung der 1931 begonnenen Wiederherstellung des spätbarocken Zustandes dieses Gartenareals. Die seit 2014 laufenden Instandsetzungsarbeiten sind Teil des Modellprojekts „Gartenperspektiven“. Eine Vereinbarung zur Finanzierung wurde im Juni 2013 zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und der SPSG unterzeichnet. Diese sieht vor, dass die Landeshauptstadt ab 2014 für fünf Jahre jährlich eine Million Euro netto zur Behebung des Pflegedefizits in den Potsdamer Parkanlagen beiträgt.

Im Jahr 2014 ermöglichte das Modellprojekt die Einstellung von zwölf Gärtnern und zwei Auszubildenden, wodurch Parkbereiche mit erheblichem Pflegedefizit intensiver und fachgerechter gepflegt werden konnten. Dies führte zu einer deutlichen Verbesserung des Pflegezustandes im Park Sanssouci sowie in Teilen des Neuen Gartens und des Parks Babelsberg. Beispiele hierfür sind die intensive Gehölzpflege in der Fasanerie und die Freilegung zugewachsener Wege am Ruinenberg. Die SPSG beziffert das Pflegedefizit für alle Parks auf jährlich rund 4,5 Millionen Euro.

Geschichte des Östlichen Lustgartens

Der Östliche Garten ist seit 1745 Bestandteil der Planungen für den Garten und Weinberg Sanssouci. Mit seinen von Hecken umgebenen Quartieren für den Obstanbau bildete er zusammen mit den Boskett-Kompartimenten des Westlichen Lustgartens den Rahmen für das Parterre mit der Großen Fontäne und den terrassierten Weinberg von Schloss Sanssouci. Die regelmäßige Struktur und Wegeanlage des Östlichen Lustgartens wurde unter persönlicher Einflussnahme Friedrichs des Großen angelegt.

Unter nachfolgenden preußischen Königen wurde der Garten mehrmals stilistisch verändert. Besonders unter Friedrich Wilhelm IV. wurden 1847 ergänzende Laubengänge im Holländischen Garten hinzugefügt. Unter Wilhelm II. erfolgte eine landschaftliche Veränderung um die Neptungrotte und das Mohrenrondell.

Die nach der Gründung der Staatlichen Schlösser und Gärten 1927 begonnenen Wiederherstellungsarbeiten zogen sich durch Unterbrechungen des Zweiten Weltkrieges und Nachkriegswirren partiell bis 1996 hin. Das teilweise seit 170 Jahren genutzte Rohrleitungsnetz zur Bewässerung des Parks Sanssouci gilt als technisches Denkmal und gehört zu den ältesten noch in Betrieb befindlichen Anlagen dieser Art.

22.02.2015

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