Erfolgreiches Jahr für die GaLaBau-Branche: Wachstum und Beschäftigung
Die Garten- und Landschaftsbau-Branche (GaLaBau) erreichte im Jahr 2014 einen Jahresumsatz von 6,84 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von knapp 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. August Forster, Präsident des Bundesverbandes für den Garten- und Landschaftsbau e. V. (BGL), hob die Bedeutung dieses Ergebnisses hervor.
Für die GaLaBau-Branche war 2014 ein besonders erfolgreiches Jahr. Die neue Bestmarke spiegelt den unveränderten Trend zum Bauen mit Grün wider, der auch im vergangenen Jahr nicht nachgelassen hat. Somit bestätigt der erneute Rekordumsatz, dass sich Grün als Symbol für das gute Leben in der Bevölkerung etabliert hat.<
Das Wachstum wird auf den verstärkten Wunsch nach einem grünen Umfeld zurückgeführt. Die daraus resultierende Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich des Bauens mit Grün trug maßgeblich zum Umsatzergebnis bei. Zusätzlich konnten die GaLaBau-Betriebe zwölf Monate ohne witterungsbedingten Arbeitsausfall tätig sein, was das sechste Umsatzwachstum in Folge ermöglichte.
Beschäftigtenzahl und Insolvenzquote
Die 16.669 Fachbetriebe der Branche beschäftigten im Jahr 2014 insgesamt 109.267 Mitarbeiter. Die Zahl der Fachbetriebe stieg im Vergleich zum Vorjahr (16.522 Betriebe) um 0,89 Prozent. Bei der Beschäftigtenzahl wurde ein Anstieg um 5,52 Prozent verzeichnet, von 103.551 Personen im Jahr 2013 auf 109.267 im Jahr 2014.
Die Insolvenzquote der Branche zeigte sich weiterhin positiv und lag bei 0,58 Prozent. Bei den über 3.515 Mitgliedsbetrieben des BGL betrug die Insolvenzquote im vergangenen Jahr 0,37 Prozent, was unter dem Vorjahreswert von 0,49 Prozent und dem Wert der Nichtmitgliedsbetriebe lag.
Privatgarten-Bereich als Umsatztreiber
Das Privatkundensegment blieb der stärkste Umsatztreiber der GaLaBau-Branche. Der Anteil des Privatgartenbereichs am Gesamtumsatz stieg auf knapp 60 Prozent (59,25 Prozent), was 4,05 Milliarden Euro entspricht. Dies übertrifft das Vorjahresergebnis von 3,56 Milliarden Euro um fast 500 Millionen Euro.
Die Privatkunden bleiben weiterhin mit Abstand der stärkste Umsatztreiber der Branche. Wir beobachten hier seit einiger Zeit ein erhöhtes Investitionsbewusstsein für hochwertige Materialien bei den Kunden.<
Privatkunden fragen vermehrt teure Betonwaren oder Natursteine in großen Formaten nach. Auch die Technik im Garten gewinnt an Bedeutung, was zu einer steigenden Nachfrage nach Installationen für Beleuchtung, Beregnung und die Automatisierung der Rasenpflege führt.
Potenziale im öffentlichen Grün
Im Gegensatz zum Privatkundenbereich blieb der Umsatz im Segment des öffentlichen Grüns auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatzanteil lag 2014 bei 17,4 Prozent, leicht unter dem Vorjahreswert von 17,7 Prozent. Real stieg der Umsatz jedoch leicht von 1,12 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 1,19 Milliarden Euro im Jahr 2014.
Der Wohnungsbau machte 2014 einen Anteil von 9,26 Prozent aus (2013: 11 Prozent). Die Industrie lag mit 5,5 Prozent einen halben Prozentpunkt unter dem Wert von 2013 (6,1 Prozent). Bei den Generalunternehmern wurde mit 4,9 Prozent gegenüber 2013 (4,6 Prozent) ein leichtes Umsatzplus verzeichnet. Sonstige Bereiche lagen bei 3,7 Prozent (2013: 4,3 Prozent).
Obwohl wir im vergangenen Jahr im Privatkundenbereich wiederholt ein Umsatzwachstum erzielt haben, sehen wir für die Zukunft im Bereich des öffentlichen und gewerblichen Grün ein ebenfalls großes Umsatzpotential. Angesichts der großen Herausforderungen, denen sich die Städte in der Zukunft ausgesetzt sehen, wird auch eine nachhaltige Stadtentwicklung mit lebendiger Vegetation immer wichtiger. Besonders bei städtebaulichen Maßnahmen mit lebendigem Grün wird deshalb die Nachfrage für landschaftsgärtnerisch geprägte Dienstleistungen und Know-how zunehmen.<
August Forster verweist in diesem Zusammenhang auf die Entscheidung von Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks, das Thema „Grün in der Stadt“ bei der Städtebauförderung 2015 stärker zu berücksichtigen. Dies sei auch ein Erfolg der „Charta Zukunft Stadt und Grün“, die das Potenzial und den Nutzen von urbanem Grün aufzeigt.
Neuanlage von Grün als stärkster Umsatzträger
Die Neuanlage von Grün war auch 2014 der stärkste Umsatzträger. Dieser Bereich stellte mit 77 Prozent Anteil am Umsatz den Arbeitsschwerpunkt im Garten- und Landschaftsbau dar. Der Anteil am Umsatz bei der Pflege bestehender Anlagen blieb mit 21 Prozent konstant und machte knapp ein Fünftel des Umsatzes aus.
Ausbildung zum Landschaftsgärtner weiterhin gefragt
Der GaLaBau stellt seit Jahren fast 70 Prozent aller Auszubildenden im Gartenbau. Dies wird auf die anhaltend gute wirtschaftliche Lage der Branche und eine vorausschauende Tarifpolitik zurückgeführt, die das Interesse am Beruf des Landschaftsgärtners erhöht und den Nachwuchs fördert.
Zudem steht der Branche mit dem Ausbildungsförderwerk des für den Garten- und Landschaftsbau e. V. (AuGaLa) ein Instrument zur Verfügung, das die Ausbildungsbetriebe bei der Nachwuchswerbung, der Finanzierung überbetrieblicher Ausbildungsmaßnahmen und der Weiterbildung der Ausbilder unterstützt und somit die hohe Qualität der Ausbildung sicherstellt.<
Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in den gewerblichen Betrieben blieb mit 6.623 (2013: 6.749) stabil. Damit bilden die gewerblichen Betriebe knapp drei Viertel der angehenden Landschaftsgärtner aus.
