CO₂-Kosten und Energiepreise setzen Betriebe zunehmend unter wirtschaftlichen Druck
Die beschlossene temporäre Senkung der Energiesteuer wird im Gartenbau als positives Signal gewertet, greift jedoch aus Sicht der Betriebe zu kurz. Angesichts stark gestiegener Kosten entlang der gesamten Produktionskette bleibt der wirtschaftliche Druck hoch. Internationale Krisen, insbesondere geopolitische Spannungen, wirken sich weiterhin unmittelbar auf die Energiepreise aus und verschärfen die Situation für die Unternehmen.
Die Auswirkungen sind in allen Bereichen der Branche spürbar – von der energieintensiven Produktion über Lagerung bis hin zu Transport und Logistik. Energie ist ein zentraler Kostenfaktor im Gartenbau, sodass Preissteigerungen unmittelbar die Wirtschaftlichkeit der Betriebe beeinträchtigen. Die Entlastung durch die Energiesteuer-Senkung kann diese strukturellen Belastungen daher nur teilweise abfedern.
CO₂-Bepreisung verstärkt den Kostendruck
Zusätzlich zur Energiepreisentwicklung belastet die nationale CO₂-Abgabe die Unternehmen erheblich. Vor allem größere Betriebe sehen sich bereits heute mit jährlichen Zusatzkosten von mehr als 100.000 Euro konfrontiert. Diese Entwicklung dürfte sich weiter verschärfen, da mit der Einführung des europäischen Emissionshandelssystems ETS 2 zusätzliche Belastungen erwartet werden.
Die Kombination aus hohen Energiepreisen und wachsender CO₂-Bepreisung führt zu einer deutlichen Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produzenten. Gerade im internationalen Vergleich geraten Betriebe zunehmend unter Druck, da nicht überall vergleichbare regulatorische Rahmenbedingungen gelten.
Forderung nach strukturellen Entlastungen
Die Branche fordert daher gezielte und nachhaltige Maßnahmen, die über kurzfristige Steueranpassungen hinausgehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Aussetzung des CO₂-Preises für den Gartenbau, um die wirtschaftliche Basis der Betriebe zu sichern und Planungssicherheit zu schaffen.
„Vor diesem Hintergrund ist klar: Eine temporäre Senkung der Energiesteuer kann die strukturellen Belastungen nicht ausgleichen. Der Gartenbau braucht gezielte und nachhaltige Entlastungen“
Die Forderung nach einer Aussetzung der CO₂-Bepreisung orientiert sich an bestehenden politischen Vereinbarungen und wird als notwendiger Schritt gesehen, um die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Produktion zu erhalten.
„Die Politik muss sich den neuen Gegebenheiten stellen und klare Entscheidungen für die heimische Wirtschaft treffen – dazu zählt auch der Gartenbau.“
Regionale Produktion als stabilisierender Faktor
Die aktuelle Situation unterstreicht zugleich die Bedeutung regionaler Produktionsstrukturen. Kürzere Lieferketten tragen zur Versorgungssicherheit bei und reduzieren die Abhängigkeit von globalen Märkten. Gerade in Krisenzeiten erweist sich der Gartenbau damit als stabilisierender Faktor innerhalb der Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Um diese Vorteile langfristig zu sichern, sind aus Sicht der Branche verlässliche politische Rahmenbedingungen erforderlich. Neben kurzfristigen Entlastungen rückt damit zunehmend die Frage nach strukturellen Anpassungen in den Fokus, die den Betrieben auch unter volatilen Marktbedingungen eine wirtschaftliche Perspektive ermöglichen.
