Auszeichnung für zukunftsfähige Forstwirtschaft
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger hob in seiner Ansprache die Bedeutung ihrer Arbeit für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft hervor:
Wälder und Menschen gewinnen, wenn wir Ökologie und Ökonomie in der Waldbewirtschaftung konsequent zusammendenken. Inmitten großer Herausforderungen für Natur, Gesellschaft und Forstwirtschaft bringen Frau Runkel und Herr Schäfer diesen Leitgedanken entscheidend voran. Ihre Arbeit zeigt, wie wichtig wissenschaftsgeleitete Kommunikation, aktive Kooperation und konkrete Demonstrationsflächen sind. Denn im Bildungswald Hachenburg wird der Umgang mit den klimagestressten Wäldern direkt vor Ort debattiert und in die Gesellschaft getragen. Ein Beispiel ist die Stärkung des Waldes als Wasserspeicher, der unseren Gemeinden bei der Klimaanpassung hilft.
Anerkennung aus der Landespolitik
Katrin Eder, Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz, betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Auszeichnung.
Wir sind sehr, sehr stolz, dass mit Monika Runkel und Andreas Schäfer zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten Rheinland-Pfalz die Waldmedaille verliehen bekommen. Sie reden nicht nur voller Überzeugung von einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung – sie setzen sie auch mit offenem Denken, fachlich versiert und konsequenter Leidenschaft in der Praxis um. Beide zeigen, dass Bewirtschaftung und Renaturierung Hand in Hand gehen können und wie dabei Risiken sogar minimiert werden. Das Bildungsangebot des Waldbildungszentrums erreicht neben vielen gesellschaftlichen Akteuren auch unsere zukünftigen Forstleute, zeigt ihnen die Vorteile einer naturverträglichen Waldbewirtschaftung und vermittelt anschaulich, warum Forstwirtschaft und Naturschutz heute echte Partner sind.
Die Preisträger im Porträt
Monika Runkel
Monika Runkel leitet das Forstamt Hachenburg im Westerwald sowie das zugehörige Waldbildungszentrum. Sie entwickelt innovative Konzepte für dezentralen Wasserschutz und ökologische Wiederbewaldung. Ihre Arbeit zielt darauf ab, künftigen Generationen eine zeitgemäße Interpretation und Umsetzung nachhaltiger Waldbewirtschaftung zu ermöglichen. Sie richtet sich mit Wortbeiträgen, Exkursionen und wissenschaftlichen Kooperationen an Forstleute, kommunale Entscheidungsträger, Naturschutzverbände und Bürger. Ihr Leitbild ist ein konsequentes Arbeiten mit der Natur in der modernen Waldbewirtschaftung.
Andreas Schäfer
Andreas Schäfer leitet das Bildungsrevier Marienstatt. Sein Revier zeichnet sich durch eine naturnahe Baumartenzusammensetzung, zahlreiche Habitatbäume und viele Quellen in den Waldbeständen aus. Er engagiert sich seit Jahrzehnten für den Erhalt naturnaher Quellbereiche sowie die Renaturierung und Entwicklung naturferner Standorte. Bereits nach den Stürmen von 1990 förderte er die natürliche Wiederbewaldung und den Umbau von Nadelholzreinbeständen im Westerwald. Zudem ist er im Waldbildungszentrum Rheinland-Pfalz in Hachenburg in der Aus- und Weiterbildung waldbezogener Berufsgruppen aktiv. Dort vermittelt er praxisnah Grundlagen des Naturschutzes und der ökologischen Waldbewirtschaftung.
Das Forstamt Hachenburg
Das Forstamt Hachenburg bewirtschaftet eine Waldfläche von rund 13.500 Hektar, wovon über drei Viertel in kommunalem Eigentum stehen. Zwischen 2018 und 2022 sind infolge von Dürre und Borkenkäferbefall etwa 25 Prozent der Waldflächen abgestorben.
Die verbliebenen Laubmischwälder werden nach den Kriterien von PEFC und FSC naturnah bewirtschaftet, um eine langfristige ökologische Waldentwicklung zu gewährleisten. Schwerpunkte liegen auf standortgerechter Baumartenwahl, strukturreichen Mischbeständen, natürlicher Waldverjüngung, ökologischer Wiederbewaldung sowie integriertem Biotop- und Artenschutz. Das Forstamt Hachenburg trägt mit Walderlebnis- und Bildungsangeboten zur Umweltbildung und zur Sensibilisierung für die Bedeutung naturnaher Wälder bei.
