Naturschutz

Insektenrückgang im Wald: NABU fordert umfassende Schutzprogramme

Eine aktuelle Studie belegt einen drastischen Rückgang der Insektenmasse und Artenvielfalt in Wäldern. Der NABU fordert umfassende Schutzprogramme und eine grundlegende Änderung der Waldnutzungspolitik, um die kritische Situation zu verbessern.

Forderungen des NABU zum Insektenschutz im Wald

Die Forscher vermuten eine Wechselwirkung zwischen der umgebenden Landwirtschaft und dem Wald als Lebensraum, da vor allem Insektengruppen schwanden, die weite Strecken zurücklegen. Der NABU nimmt diese Ergebnisse ernst und fordert Insektenschutzprogramme für den Wald. Heinz Kowalski, waldpolitischer Sprecher des NABU, betont die Notwendigkeit einer grundlegenden Änderung der Naturschutz- und Waldnutzungspolitik.

Dabei darf es nicht nur um Einzelinitiativen handeln – wir brauchen eine völlig andere Naturschutz- und Waldnutzungspolitik.

Insbesondere der Staatswald, aber auch Gemeinde- und Kirchenwälder, sollen umgehend auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten. Kowalski fordert zudem, zehn Prozent der Wälder aus der wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und natürliche Strukturen im Wirtschaftswald zu erhalten und zu fördern. Dies soll eine hohe Vielfalt an potenziellen Lebensräumen für Insekten gewährleisten.

Pestizideinsatz und seine Folgen für Waldökosysteme

Der NABU bewertet die Situation der deutschen Wälder als kritisch. Die Temperaturerhöhung und bestehende Nadelholz-Monokulturen haben in den letzten Jahren spezialisierten Insektenarten wie dem Fichtenborkenkäfer oder der Nonne Vorteile verschafft. Um diese naturfernen Forste vor Massenvermehrungen zu schützen, werden häufig Kontakt- und Nervengifte eingesetzt. Diese Pestizide wirken jedoch nicht selektiv, sondern schädigen auch Insekten, die nicht Ziel des Gifteinsatzes sind. Dies stört die komplexen Waldökosysteme kurz- und langfristig.

Wenn wir jetzt nicht sofort handeln, haben wir bald im Wald die gleiche schlechte Situation wie in den landwirtschaftlichen Flächen. Wir brauchen die Insekten als Bestäuber und als Teil eines vielfältigen Netzwerks, um langfristig stabile Ökosysteme gerade im Rahmen des Klimawandels zu fördern.

Um mehr Erkenntnisse über den ökologischen Zustand der Wälder und die Entwicklung der Insektenvielfalt zu gewinnen, fordert der NABU seit Jahren die Aufnahme von Insekten und Pilzen in das bundesweite Biodiversitätsmonitoring, beispielsweise im Rahmen der Bundeswaldinventur.

06.11.2019

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