Naturschutz

NABU bewertet Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“

Der NABU begrüßt das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ von Umweltministerin Steffi Lemke. Er betont jedoch die Notwendigkeit einer ressortübergreifenden Einbindung von Politik, Ländern und Kommunen, um die Wirksamkeit zu gewährleisten.

Potenziale und Forderungen des NABU

Umweltministerin Steffi Lemke hat am 31. August Vorschläge für ein Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ vorgestellt. Dieses Programm soll Maßnahmen definieren, die sowohl dem Klima- als auch dem Naturschutz dienen. Der NABU begrüßt dieses Vorhaben grundsätzlich, betont jedoch die Notwendigkeit einer ressortübergreifenden Einbindung von Politik, Ländern und Kommunen.

Die Krisen von Natur und Klima befeuern sich gegenseitig und können nur gemeinsam gelöst werden. Mit dem Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ geht die Bundesumweltministerin einen großen Schritt in die richtige Richtung. Messen werden wir das Programm aber an seiner tatsächlichen Wirksamkeit. Hierfür muss der Entwurf noch nachgeschärft und konkretisiert werden.

Dies erklärte NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Er ergänzte, dass die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume nicht nur Treibhausgasemissionen reduziert und die Artenvielfalt erhöht. Das Programm könne auch zur Minderung von Hitze- und Hochwasserrisiken beitragen sowie die Gesundheit und regionale Wertschöpfung sichern.

Magdalene Trapp, Referentin für Biodiversitätspolitik, unterstreicht die Bedeutung einer ausreichenden Finanzierung für die Wirksamkeit des Aktionsprogramms. Die angekündigten vier Milliarden Euro könnten hierbei eine entscheidende Rolle spielen, sofern sie zügig und zielgerichtet eingesetzt werden. Der NABU fordert in diesem Zusammenhang eine Beschleunigung der Planungsverfahren für Naturschutzprojekte.

Es reicht bei weitem nicht aus, nur einzelne Großprojekte zu fördern. Stattdessen gilt es bundesweit Maßnahmen zur Renaturierung einzuleiten und gemeinsam mit den Bundesländern und Kommunen umzusetzen. Gleichzeitig müssen umweltschädliche Subventionen, die den Zielen des Aktionsprogramms entgegenstehen, konsequent abgebaut werden.

Laut einer NABU-Studie bieten sich rund 20 Prozent der Landesfläche für Renaturierungsmaßnahmen an. Dazu zählen Moore, Flussauen, Wälder und Grünland. Ergänzend kommen marine Lebensräume wie Seegraswiesen in Nord- und Ostsee hinzu.

Hintergrund des Aktionsprogramms „Natürlicher Klimaschutz“

Das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ zielt darauf ab, Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz zu schaffen. Durch die Wiederherstellung und Verbesserung von Ökosystemen wie Auen, Wäldern und Mooren sollen diese ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Das Programm definiert Einsatzfelder und Ziele für die Verwendung der bereitgestellten Mittel. Verbände und Organisationen mit Bezug zum Klimaschutz haben ab Montag die Möglichkeit, sich zum Programm zu äußern und an dessen Ausgestaltung mitzuwirken. Beschlüsse der Bundesregierung werden für Anfang 2023 erwartet.

02.09.2022

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