Naturschutz

NABU leitet Wiedervernässung am Ewigen Meer ein

Der NABU hat mit der Wiedervernässung von Moorflächen am Ewigen Meer bei Aurich einen wichtigen Schritt im Moorschutz vollzogen. Nach fünfjähriger Vorbereitung haben die Arbeiten in Ostfriesland begonnen, um bedrohte Arten zu schützen und dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Moorschutz: Ein Gewinn für Klima und Artenvielfalt

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat mit der Wiedervernässung von Moorflächen am Ewigen Meer bei Aurich einen wesentlichen Schritt im Moorschutz vollzogen. Nach fünfjähriger Vorbereitungszeit haben die Arbeiten in Ostfriesland begonnen.

Der Moorschutz hat beim NABU eine über 100-jährige Tradition und dient dem Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Angesichts der globalen Erwärmung wird der Moorschutz als zunehmend wichtig erachtet.

Die Bundesregierung muss die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Moorschutzstrategie zügig voranbringen. Die Renaturierung von Mooren verringert den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen und hilft, die Klimaschutzziele zu erreichen. Durch den gesteigerten Wasserrückhalt können auch die Auswirkungen von Extremwetterereignissen wie die diesjährige Trockenheit lokal abgemildert werden.

Dies betonte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der aktuellen Wiedervernässungsarbeiten. Das Projekt, das gemeinsam mit dem NABU Aurich und der Stiftung Naturschutz Ostfriesland entwickelt wurde, zielt auf die Wiederherstellung von Hochmoorlebensräumen im Randbereich des Naturschutzgebietes „Ewiges Meer und Umgebung“ ab. Dieses Gebiet ist als Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen und gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU, hob die Bedeutung des Projekts hervor:

Nicht nur für die Artenvielfalt in Niedersachsen, sondern auch für den Klimaschutz bringt dieses Projekt viel. Wir haben berechnen lassen, dass pro Jahr über 700 Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase aus den Eigentumsflächen des NABU Niedersachsen und der Stadt Aurich entweichen und mit dazu beitragen, das Klima weiter aufzuheizen. Es war schon immer unser Wunsch, diese Flächen vernässen zu können. Dazu mussten aber erst die Flächen so arrondiert werden, dass Anlieger den Maßnahmen zustimmen.

Niedersachsen in der Verantwortung für den Moorschutz

Niedersachsen trägt als moorreichstes Bundesland eine besondere Verantwortung. Rund 12 Prozent der Gesamtemissionen Niedersachsens werden durch entwässerte und genutzte Moore verursacht. Der NABU bekräftigte seine Bereitschaft, sich weiterhin im Moorschutz in Niedersachsen zu engagieren, und forderte hierfür mehr Unterstützung von der Landesregierung.

Der NABU Aurich engagiert sich seit vielen Jahren für die Moore am Ewigen Meer und konnte über 50 Hektar Moorflächen dauerhaft für den Naturschutz sichern. Seit 2012 wurden die Planungen zur Wiedervernässung dieser und weiterer Moorflächen mit Unterstützung des Deutschen Moorschutzfonds des NABU Bundesverbandes intensiv vorangetrieben. Der NABU wird über 500.000 Euro in das Projekt am Ewigen Meer investieren.

01.09.2018

Zurück