Herausforderungen für den Wald im Klimawandel
Die durch Insektenbefall stark in Mitleidenschaft gezogenen forstlichen Monokulturen sollten uns ein Warnsignal sein. Die sich abzeichnenden Trockenheitsprobleme bei den standortheimischen Laubbäumen sind sogar noch alarmierender. Die Hitze macht derzeit den Klimawandel spürbar und die vielen durch Dürre und Borkenkäfer abgestorbenen und braun gewordenen Fichtenbestände machen ihn für viele Menschen sichtbar. Die Entwicklung, die unsere Wälder gerade nehmen, ist besorgniserregend.
Naturnahe Wälder und ihre Böden spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Klimakrise. Bäume, die ein Alter von hundert und mehr Jahren erreichen, können atmosphärischen Kohlenstoff über längere Zeiträume binden. Geht diese Funktion der Wälder verloren, verschärft sich die Klimawandelsituation.
Politische Maßnahmen und zukunftsfähige Waldbaukonzepte
Die Politik ist gefordert, schnell wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört die konsequente Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Darüber hinaus muss die Senkenfunktion der Wälder erhalten und durch Neupflanzungen mit Laubbäumen verbessert werden.
Dabei geht es nicht nur um das Pflanzen vermeintlich klimaresilienter Bäume. Besondere Aufmerksamkeit muss auch der Wasserhaltung in der Landschaft, der Fähigkeit des Waldes zur Naturverjüngung bei Vermeidung von Wildverbiss, der Bildung von Mischwäldern und der Ausweisung von Waldwildnisgebieten gelten.
Das Nichterreichen des Naturschutzziels von fünf Prozent Waldwildnis bis 2020 zeigt, welche Priorität der Wald bisher in der Politik hatte. Es werden überarbeitete Waldbaukonzepte gefordert, die den Wald nicht primär unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten, sondern den vielfältigen Ökosystemleistungen angesichts des Klimawandels Raum geben.