NABU gewinnt weiter an Unterstützung
Auch der NABU konnte im vergangenen Jahr mehr Unterstützer für den Naturschutz gewinnen. Die Zahl der Mitglieder ist 2018 um 42.000 gewachsen. 664.000 Mitglieder, 47.000 Förderer und 2.000 Orts-, Kreis- und Fachgruppen zählten der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), zum 31. Dezember 2018.
Statement von NABU-Präsident Olaf Tschimpke
„Der extreme Hitzesommer 2018 hat den Menschen vor Augen geführt, was im Zuge der Erderwärmung droht. Die Auseinandersetzungen um den Hambacher Wald und den Kohleausstieg trugen dazu bei, dass der Naturschutz mehr Aufmerksamkeit erhielt“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorstellung des NABU-Jahresberichtes in Berlin. Viele Bürgerinnen und Bürger seien bereit, selbst etwas für den Umwelt- und Naturschutz zu tun.
Um die Energiewende naturverträglich voranzubringen, müssten Klima- und Naturschützer an einem Strang ziehen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien führe zu steigendem Druck auf Flächen und geschützte Arten. Schlecht geplante Windenergieanlagen könnten gravierende Folgen für Fledermäuse und Vögel haben, gleichzeitig sei der Klimawandel für viele Arten eine existenzielle Bedrohung. Klimaschutz und Artenschutz gehörten unteilbar zusammen.
Kritik an Bundesregierung und Waldpolitik
Die Bundesregierung habe sich zwar verpflichtet, die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen, doch passiere dafür bislang zu wenig. Das Nachhaltigkeitsprinzip müsse nicht nur im Grundgesetz verankert werden, sondern ressortübergreifend Richtschnur des Regierungshandelns sein.
Mit Blick auf den Waldschutz kritisiert der NABU, dass bislang nur knapp zwei Prozent der Wälder aus der Nutzung genommen wurden. Ziel der Bundesregierung sei es, bis 2020 fünf Prozent der Wälder sich natürlich entwickeln zu lassen.
„Wenn Ministerin Klöckner zum Waldgipfel lädt, müssen wir darüber sprechen, wie der Waldumbau schneller vorankommt. Das aktuelle Waldsterben ist vor allem ein Fichtensterben“, so Tschimpke. Ziel seien mehr Mischwälder, der Verbleib von Totholz im Wald und eine Reduzierung der Holzverbrennung auf unter 50 Prozent der Holzernte.
Klimaschutzgesetz und Landwirtschaft
Am 20. September will das Klimakabinett einen Entwurf für das Klimaschutzgesetz vorstellen. Zwar sollen darin erstmals verbindliche Ziele für jeden Sektor bis 2030 festgelegt werden, konkrete Maßnahmen fehlten jedoch weiterhin.
Die Vorschläge aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium reichten nicht aus, um die Treibhausgase aus der Landwirtschaft wirksam zu senken. Der NABU fordert unter anderem flächengebundene Tierhaltung, Wiedervernässung von Mooren, den Erhalt artenreichen Dauergrünlands sowie besseren Schutz von Ackerböden durch Humusanreicherung.
Zudem fordert der NABU ein Umsteuern in der EU-Agrarpolitik: Statt pauschaler Flächenprämien sollen jährlich 15 Milliarden Euro an Landwirte fließen, die Maßnahmen für die Artenvielfalt umsetzen. Vom geplanten „Aktionsprogramm Insektenschutz“ erwartet der NABU konkrete Schritte zur Reduzierung von Pestiziden und für strukturreichere Agrarlandschaften.
Finanzen, Ehrenamt und personelle Veränderungen
Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen stiegen 2018 um rund 2,2 Millionen Euro auf 24,3 Millionen Euro, die Spenden erhöhten sich um rund 1,1 Millionen Euro auf 7,5 Millionen Euro. Die Gesamterträge lagen bei rund 46 Millionen Euro.
Mit aktuell über 730.000 Mitgliedern und Förderern (Stand: 31. Juli 2019) ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Rund 40.000 aktive Ehrenamtliche engagieren sich bundesweit in Artenschutzprojekten, Beteiligungsverfahren und der Pflege wertvoller Lebensräume.
Olaf Tschimpke kündigte an, nach 16 Jahren an der Spitze des Verbandes nicht erneut für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Die nächsten Präsidiumswahlen finden im Rahmen der NABU-Bundesvertreterversammlung im November in Berlin statt.
NABU-Jahresbericht: Download siehe Link.
