Hintergrund und Methodik des Monitorings zur Insektenvielfalt
Es wird angenommen, dass die Verinselung von Schutzgebieten sowie deren Angrenzung an Nutzflächen zum Rückgang der Artenvielfalt und der Insektenpopulationen beitragen. Für eine fundierte Handlungsgrundlage sind vertiefende Untersuchungen notwendig.
Insbesondere bei der artenreichsten Tiergruppe – den Insekten – existiert ein großes Kenntnisdefizit.
Der NABU beginnt noch in diesem Sommer mit den Untersuchungen. Dabei wird die Artenvielfalt von Fluginsekten neben anderen Messgrößen entlang von sogenannten Transekten (Probepunkte entlang einer Linie) in regelmäßigen Abständen erfasst und wissenschaftlich ausgewertet.
Dieses Insekten-Monitoring wird die bislang umfangreichsten Daten für das Vorkommen von fliegenden Insektenarten in den ausgewählten Schutzgebieten in Deutschland generieren. Wir werden nicht nur die Masse der Insekten erfassen, sondern auch vollständigere Artenlisten durch modernste genetische Methoden erhalten.
Neben der Erforschung der Insekten werden zeitgleich weitere Faktoren erfasst, die vermutlich Einfluss auf die Insektendiversität haben. Dazu gehören Landnutzung, Zustand und Diversität der Pflanzengemeinschaften, ökotoxikologische Einflüsse und die Zerstörung von Habitaten.
Transparenz und Finanzierung des DINA-Projekts
Im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsprojektes wird die Zivilgesellschaft aktiv eingebunden. Wissenschaftliche Daten werden transparent geteilt, und es sind öffentliche Veranstaltungen zum Thema Insekten und nachhaltiger Schutz der biologischen Vielfalt geplant. Vertreter von Landesbehörden, Landes- und Bundesministerien, Landwirte und deren Verbände sowie Interessierte aus Gesellschaft und Wirtschaft können sich an diesem Diskurs beteiligen.
Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 4,2 Millionen Euro finanziert, wovon gut eine Million auf den Projektteil des NABU entfällt. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Insgesamt beteiligen sich acht Partner-Institutionen:
- ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung / ISOE - Institute for Social-Ecological Research Frankfurt/Main
- Internationales Zentrum für Nachhaltige Entwicklung / Bonn-Rhein-Sieg University of Applied Sciences (IZNE)
- iES Landau, Institut für Umweltwissenschaften / University Koblenz-Landau, Institute for Environmental Sciences
- Entomologischer Verein Krefeld e.V. (EVK)
- Justus-Liebig-Universität Gießen, AG Spezielle Botanik (JLU)
- Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig - Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK) /– Leibniz Institute for Animal Biodiversity/Zoologisches Forschungsmuseum Koenig (ZFMK)
- Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) / Leibniz Institute of Ecological Urban and Regional Development (IOER)
