Naturschutz

NABU zeichnet zehn Bio-Betriebe mit Förderpreis „Gemeinsam Boden gut machen“ aus

Zehn landwirtschaftliche Betriebe aus sechs Bundesländern wurden für die Umstellung auf ökologischen Landbau mit dem NABU-Förderpreis „Gemeinsam Boden gut machen“ geehrt. Die Förderung unterstützt die angehenden Öko-Betriebe bei Umbaukosten und der Überbrückung der zweijährigen Umstellungsphase.

Ausgezeichnete Betriebe im Überblick

Die diesjährigen Preisträger sind:

  • Unterleiten Hof (Naturland), Bayern
  • Konradhof (Bioland), Bayern
  • Bioland Hof Sonnenschein (Bioland), Niedersachsen
  • Aller’s Wiesenhof (Naturland), Rheinland-Pfalz
  • David’s Biohof (Naturland), Mecklenburg-Vorpommern
  • Ziegenhof Stubenrauch (Gäa), Sachsen
  • Omega-3-Bauernhof Hamel (Demeter), Hessen
  • Weinbau Olinger (Bioland), Bayern
  • Familie Halbritter (Demeter), Bayern
  • Pfabhof (Naturland), Bayern

Förderkriterien und Bewerbung

Bewerben können sich Betriebe, die ihren landwirtschaftlichen Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umstellen oder ihren Ökobetrieb um mindestens 30 Prozent erweitern möchten. Voraussetzung ist der Anschluss an einen Bio-Anbauverband in Deutschland. Auch Betriebe, die Bioprodukte direkt am Hof verarbeiten oder vermarkten, sind förderfähig. Bewerbungen werden ab dem 1. April 2022 angenommen.

Hintergrund: EU-Agrarpolitik und Ökolandbau

Die Umstellung auf Ökolandbau ist weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen, da die europäische und deutsche Agrarpolitik bisher keine ausreichenden finanziellen Anreize bietet. Die bisherige EU-Agrarpolitik hat stattdessen zu einer Intensivierung der Bewirtschaftung von Wiesen und Feldern geführt, was schwerwiegende Folgen für die Artenvielfalt hat.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) empfiehlt eine umfassende Ökologisierung der europäischen Agrarpolitik mit effektiven Maßnahmen. Auch die Zukunftskommission Landwirtschaft, bestehend aus Vertretern von Umweltverbänden, konventioneller und ökologischer Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und Wissenschaft, fordert eine angemessene Honorierung von Landwirten für Umweltmaßnahmen und den Erhalt der Biodiversität.

Bei der aktuellen Ausgestaltung der Agrarpolitik in Deutschland müssen die Ziele des Green Deals, insbesondere die Biodiversitätsstrategie und die Farm2Fork-Strategie, umfassend berücksichtigt werden. Deutschland muss bei der nationalen Umsetzung sicherstellen, dass die Bestände in der Agrarlandschaft nicht weiter schrumpfen und Landwirte angemessen für ihre Leistungen für das Gemeinwohl entlohnt werden. Hierfür sind umfangreiche Fördergelder für freiwillige Umweltmaßnahmen der landwirtschaftlichen Betriebe in der zweiten Säule erforderlich.

19.09.2021

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