Die Bedeutung gesunder Böden und ihre Gefährdung
Anlässlich des Weltbodentags weist der NABU auf die zunehmende Belastung der Böden in Deutschland hin. Gesunde Böden gelten als knappes Gut und sind für die Lebensmittelproduktion unverzichtbar.
Gesunde Böden sind ein knappes Gut. Wir müssen sorgsamer mit ihnen umgehen, für die Erzeugung unserer Lebensmittel sind sie unverzichtbar.
Flächenverbrauch und seine Folgen
Das Ökosystem Boden ist steigenden Gefahren ausgesetzt. Täglich gehen 66 Hektar unbebaute Fläche durch Verkehr und Siedlungsbau verloren. Dieser Wert übersteigt das von der Bundesregierung gesetzte Ziel um mehr als das Doppelte. Die Konsequenzen sind lokale Überschwemmungen bei Starkregen und ein geringerer Grundwasservorrat. In Deutschland fehlen bislang konkrete Flächensparziele auf Landes- und kommunaler Ebene.
Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“
Um unbebauten Boden langfristig zu sichern, hat der NABU in Zusammenarbeit mit der Alnatura Bio-Bauern-Initiative das Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt bietet Landwirten finanzielle Unterstützung bei der Umstellung von konventioneller auf ökologische Bewirtschaftung. Die Umstellung führt dazu, dass Böden künftig nicht mehr synthetisch gedüngt oder mit Pestiziden behandelt werden.
Seit Projektbeginn wurden bereits über 9.500 Hektar umgestellt. Eine interaktive Karte stellt die 42 bislang ausgezeichneten Betriebe vor, die von Walnuss-Bauern in Hessen bis zu Schweinehaltern in Schleswig-Holstein reichen.
Herausforderungen und Ziele der Bio-Landwirtschaft
Eine Anschubfinanzierung ist für viele Landwirte bei der Umstellung auf Bio-Landwirtschaft entscheidend. Die Erzeugung regionaler Lebensmittel wird in Deutschland zunehmend schwieriger, da Pachtpreise für Ackerland steigen und die Erlöse für landwirtschaftliche Produkte oft sinken. Die Umstellung auf Bio-Produktion ist zudem mit hohen Investitionskosten verbunden, und während der Umstellungsphase können noch keine höheren Preise für Bio-Lebensmittel erzielt werden.
Mit der Initiative „Gemeinsam Boden gut machen“ möchte der NABU den Anteil an Bio-Anbaufläche in Deutschland steigern. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent zu erreichen, ist noch weit entfernt. Aktuell liegt der Anteil biologisch bewirtschafteter Fläche bei sieben Prozent.
Die neuen Preisträger des Wettbewerbs „Gemeinsam Boden gut machen“ werden am 15. Februar 2018 im Rahmen der Messe „Biofach“ in Nürnberg vorgestellt.
