Naturschutz

Nachhaltige Nutzung und dauerhafter Schutz europäischer Waldökosysteme

Freiburger Forstpolitikwissenschaftler untersuchen in einem neuen Forschungsverbund die Landnutzungspolitik europäischer Waldökosysteme. Das Projekt INTEGRAL, gefördert mit sieben Millionen Euro, zielt darauf ab, Diskrepanzen und Konflikte bei der Waldnutzung zu verringern und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Forschungsprojekt INTEGRAL: Ziele und Koordination

Forstpolitikwissenschaftler der Universität Freiburg untersuchen im Rahmen eines neuen Forschungsverbunds die Landnutzungspolitik europäischer Waldökosysteme. Das Institut für Forst- und Umweltpolitik (IFP) der Universität Freiburg, unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Reinhard Volz und Dr. Metodi Sotirov, koordiniert dieses Vorhaben wissenschaftlich.

Der Forschungsverbund trägt den Namen INTEGRAL (Future-oriented integrated management of European forest landscapes) und wird mit sieben Millionen Euro aus dem siebten Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union gefördert. Das Freiburger Teilprojekt erhält davon 855.000 Euro. Das auf vier Jahre angelegte Projekt startete am 1. November 2011.

Die administrative Koordination des Projekts liegt bei der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität (SLU). Ziel ist es, Diskrepanzen zwischen waldrelevanten Landnutzungspolitiken und -praktiken in Europa zu verringern. Zudem sollen gesellschaftliche Konflikte analysiert werden, die aus konkurrierenden Ansprüchen an die Produkte und Dienstleistungen von Waldökosystemen entstehen. Diese Konflikte sollen im Kontext des aktuellen sozioökologischen Wandels erklärt und entschärft werden.

Die Forschung konzentriert sich auf politische, sozioökonomische, ökologische und technische Aspekte des Managements europäischer Waldlandschaften. Dabei stehen die nachhaltige Nutzung und der dauerhafte Schutz der Waldökosysteme im Vordergrund.

Methodischer Ansatz und Forschungsfelder

Methodisch verfolgt das Projekt die Entwicklung eines neuen Ansatzes für die Gestaltung politischer Prozesse zur Steuerung von Ansprüchen an die Waldnutzung. Hierfür werden quantitative Vorhersagen und Modellierungen von Entscheidungshilfen mit qualitativer Politikanalyse und explorativer Zukunftsforschung kombiniert.

Das IFP leitet neben der wissenschaftlichen Gesamtkoordination das Arbeitsfeld "Politikfeldanalyse und Zukunftsforschung". In diesem Bereich werden zunächst gesellschaftliche Schlüsselfaktoren wie Politik, Ökonomie oder Demografie identifiziert und deren Wirkung auf die Waldbewirtschaftung analysiert.

Darauf aufbauend entwickeln die Forscher qualitative Zukunftsszenarien unter Einbeziehung relevanter Anspruchsgruppen. Dazu gehören Waldeigentümer, Waldnutzer, Naturschützer, Entscheidungsträger und Wissenschaftler. Im dritten Schritt werden Handlungsempfehlungen für die Europäische Union und ihre Regionen formuliert. Ziel ist es, Politikinstrumente wie finanzielle Förderung, Informationen oder Verbote so einzusetzen, dass sie eine ausgewogene Nutzung von Waldökosystemen ermöglichen.

Die Forscher werden 20 Fallstudien in zehn europäischen Ländern analysieren und vergleichen. Dies geschieht mithilfe eines gemeinsamen Untersuchungsrahmens und spezifischer Forschungsfragen. Die Studien sollen regional unterschiedliche, aber typische ökologische, sozioökonomische, politische und technische Verhältnisse innerhalb Europas abbilden.

Zu den Partnern der Universität Freiburg und der SLU zählen Forschergruppen aus Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden und der Slowakei. Ergänzt wird das Konsortium durch drei Dachverbände von Interessengruppen aus den Bereichen Waldnutzung und Waldschutz.

08.11.2011

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