Naturschutz

Nationales Naturerbe: Neue Wildnis für Deutschland

Der Bundestag hat beschlossen, 62 Gebiete als Nationales Naturerbe auszuweisen. Diese ehemaligen Militärflächen sollen dem Naturschutz gewidmet werden und bieten eine historische Chance für die Natur. Insgesamt werden 31.000 Hektar neue Wildnis für Deutschland geschaffen.

Historische Chance für den Naturschutz

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 17. Juni beschlossen, 62 Gebiete mit einer Gesamtfläche von 31.000 Hektar als Nationales Naturerbe auszuweisen. Diese Flächen, die sich über ganz Deutschland verteilen, sollen dem Naturschutz gewidmet werden. Es handelt sich dabei um ehemalige militärische Liegenschaften des Bundes, die nicht privatisiert werden.

Wir nutzen mit dieser Übertragung eine historische Chance: Viele Flächen, die einst Sperrgebiet waren, brauchen wir nicht mehr für militärische Zwecke. Wir haben das Glück, dass wir diese Flächen heute der Natur zurückgeben können. Wir wollen dieses Erbe der Natur für künftige Generationen bewahren.

Mit 31.000 Hektar entspricht die Größe der 62 Gebiete etwa der Fläche von drei Nationalparken. Insgesamt sind damit 156.000 Hektar Bundesflächen dauerhaft für den Naturschutz gesichert. Nach zwei vorherigen Tranchen, die sich primär auf Ostdeutschland konzentrierten, umfasst die aktuelle dritte Tranche erstmals Flächen bundesweit.

Höchste Anforderungen an den Naturschutz

Für die ausgewiesenen Flächen gelten strenge Naturschutzauflagen. Moore und Auen werden naturnah entwickelt. Heidelandschaften bleiben erhalten, da sie Lebensräume für seltene Pflanzen und bedrohte Tierarten bieten. Wälder, die einen Großteil der Flächen ausmachen, werden der natürlichen Entwicklung überlassen und somit zu Wildnisgebieten. Dies trägt zum Ziel bei, fünf Prozent der deutschen Wälder der Natur zu überlassen.

Nutzungsfreie Waldgebiete sind für den Erhalt der Artenvielfalt unabdingbar: Viele Arten wie bestimmte Fledermäuse und Spechte, der Schreiadler, Käfer wie Hirschkäfer oder Eremit sind auf solche Flächen angewiesen.

Das Nationale Naturerbe beinhaltet auch Offenlandlebensräume wie Sandheiden, die ein spezifisches Pflegeregime erfordern. Davon profitieren Arten wie Wiedehopf, Ziegenmelker und verschiedene Heidearten. Dies leistet einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Deutschland, so Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.

Verwaltung und Zugänglichkeit

Die Flächen sollen von verschiedenen Naturschutzträgern übernommen werden, darunter die Länder, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und Naturschutzorganisationen. Auch der Bund selbst wird sein Engagement bei der Pflege und Entwicklung des Nationalen Naturerbes verstärken und sich voraussichtlich um rund 18.000 Hektar kümmern. Die endgültige Zuteilung der Flächen an die Trägerorganisationen wird noch vom Haushaltsausschuss beschlossen.

Viele der neuen Naturerbe-Flächen liegen in Stadtnähe und bieten Möglichkeiten für Naturerleben und Erholung. Soweit auf ehemaligen Militärflächen möglich, planen die Naturschutzträger, die Gebiete für Besucher zu öffnen, während sensible Naturbereiche geschützt werden.

19.06.2015

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