Ergebnisse der Naturbewusstseinsstudie zur Agrarpolitik
Eine aktuelle Naturbewusstseinsstudie zeigt, dass sich eine Mehrheit der Deutschen strengere Regeln und Gesetze für die Landwirtschaft wünscht. Dabei sollen Landwirte verstärkt Rücksicht auf Natur und Tierwohl nehmen. Der Einsatz von Genpflanzen wird von den Befragten mehrheitlich abgelehnt. Diese Ergebnisse wurden von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und BfN-Präsidentin Beate Jessel in Berlin vorgestellt.
Bundesumweltministerin Hendricks betonte, dass die Bürger deutliche Signale im Bereich der Agrarpolitik senden. Die Bevölkerung wünsche sich eine naturverträgliche Landwirtschaft, die das Wohl der Tiere respektiert. Sie sieht eine große gesellschaftliche Mehrheit für eine Agrarwende und fühlt sich in ihrer Forderung bestärkt, das System der Agrarsubventionen neu auszurichten. Zukünftige Zahlungen an Landwirte sollen an einen gesellschaftlichen Mehrwert und konkrete Leistungen für die Natur gekoppelt werden. Die Ablehnung gentechnisch veränderter Pflanzen durch die Bevölkerung sei ebenfalls ein wichtiger Punkt.
Die Bürgerinnen und Bürger senden uns starke Signale im Bereich der Agrarpolitik. Die Deutschen wünschen sich eine Landwirtschaft, die naturverträglich ist und das Wohl der Tiere respektiert. Es gibt eine große gesellschaftliche Mehrheit für eine Agrarwende. Das bestärkt mich in meiner Forderung, das System der Agrarsubventionen vom Kopf auf die Füße zu stellen. Zahlungen an Landwirte soll es zukünftig nur bei einem gesellschaftlichen Mehrwert geben und nur bei konkreten Leistungen für die Natur. Was die Bevölkerung zu Recht nicht akzeptiert, sind gentechnisch veränderte Pflanzen.
Bedeutung der Natur für verschiedene Bevölkerungsgruppen
BfN-Präsidentin Beate Jessel hob hervor, dass die Natur für die Bevölkerung eine hohe persönliche Bedeutung hat. Sie wies auf Unterschiede zwischen den Generationen sowie zwischen Stadt- und Landbevölkerung hin. Jüngere Menschen sehen seltener Handlungsbedarf als ältere, und Großstädter messen der Natur eine geringere Wertschätzung bei als Bewohner kleinerer Orte. Diese Erkenntnisse bestärken das Ziel, sich für eine positive Mensch-Natur-Beziehung einzusetzen, insbesondere bei der jungen Bevölkerung und in städtischen Gebieten.
Die Naturbewusstseinsstudie zeigt eines ganz deutlich: Die Natur spielt für die Bevölkerung eine sehr wichtige Rolle und hat für die Menschen eine hohe persönliche Bedeutung. Bemerkenswert sind jedoch die Unterschiede zwischen den Generationen und zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. So sehen junge Menschen seltener Handlungsbedarf als ältere. Großstädter messen der Natur eine geringere Wertschätzung bei als Menschen, die in kleineren Orten leben. Diese Erkenntnisse bestärken uns in unserem Ziel, uns für eine positive Mensch-Natur-Beziehung einzusetzen, insbesondere bei der jungen Bevölkerung und den Menschen in der Stadt.
Detaillierte Ergebnisse zu Naturschutz und Landwirtschaft
Die Studie untersuchte erstmals detailliert die Einstellung der Deutschen zu Naturschutz und Landwirtschaft. Demnach befürworten 83 Prozent der Befragten strengere Regeln und Gesetze zum Schutz der Natur in der Landwirtschaft. 92 Prozent wünschen sich, dass Landwirte die Auswirkungen ihres Handelns auf die Natur beachten. 93 Prozent fordern die Beachtung des Tierwohls bei der Lebensmittelproduktion. Zudem halten 76 Prozent ein Verbot des Einsatzes von Genpflanzen in der Landwirtschaft für wichtig.
Stadtnatur als Frage der sozialen Gerechtigkeit
Erstmals enthält die Naturbewusstseinsstudie auch repräsentative Daten zum Thema Stadtnatur. 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Natur möglichst in allen Teilen der Stadt zugänglich sein sollte. Die Daten zeigen, dass einkommensschwache und ältere Menschen die Stadtnatur besonders häufig nutzen.
Ministerin Hendricks betonte, dass immer mehr Menschen in Städte ziehen, aber die Natur nicht missen möchten. Sie sieht Stadtnatur auch als Frage der sozialen Gerechtigkeit. Alle Bürger sollen Natur in der Stadt zu Fuß erreichen können. Daher soll die Begrünung von Siedlungen gefördert werden, beispielsweise durch Stadtparks, Straßenbepflanzungen, Fassaden- und Dachbegrünungen sowie die Unterstützung von Urban Gardening und interkulturellen Gärten.
Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, wollen aber die Natur nicht missen. Stadtnatur ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen Natur in der Stadt zu Fuß erreichen können. Wir wollen darum dabei helfen, die Siedlungen grüner zu machen – mit Stadtparks und Straßenbepflanzungen, aber auch durch die Begrünung von Fassaden und Dächern oder die Förderung von „urban gardening“ oder interkulturellen Gärten.
