Naturschutz

Naturkapital Deutschland: Der ökonomische Wert von Ökosystemleistungen

Das Projekt „Naturkapital Deutschland“ startet, um den ökonomischen Wert der Natur zu veranschaulichen. Es ist Teil des weltweiten TEEB-Prozesses und zielt darauf ab, die vielfältigen Leistungen von Ökosystemen wissenschaftlich zu beschreiben und Empfehlungen zu deren Sicherung zu geben.

Die Bedeutung von Ökosystemleistungen für Deutschland

Das nationale Projekt „Naturkapital Deutschland“ ist gestartet. Es widmet sich der Veranschaulichung des ökonomischen Wertes der Natur in Deutschland und ist Teil des weltweiten TEEB-Prozesses (The Economics of Ecosystems and Biodiversity).

Ziel des Vorhabens ist eine wissenschaftlich fundierte Beschreibung der vielfältigen Leistungen von Ökosystemen in Deutschland. Dazu zählen Auen, Moore, Grünland, Wälder und städtische Grünanlagen. Diese Ökosysteme tragen unter anderem zum Klimaschutz, Hochwasserschutz, zur Reinhaltung von Luft und Gewässern sowie zur Erholung bei. Wissenschaftler erarbeiten zudem Empfehlungen, wie diese Leistungen der Natur langfristig gesichert werden können.

Neben ihrer Schönheit, Vielfalt und Einzigartigkeit liefert die Natur viele Güter und Leistungen, die elementare Grundlage für unser Wirtschaften und Wohlergehen sind. Hierauf wollen wir mit 'Naturkapital Deutschland' den Blick lenken. Ich erhoffe mir von diesem Projekt auch positive Impulse für die Erreichung unserer Ziele zur biologischen Vielfalt und mehr Akzeptanz für den Naturschutz.

Dies erklärte Bundesumweltminister Peter Altmaier.

Prof. Dr. Bernd Hansjürgens vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist Projektleiter und verwies auf internationale Erfahrungen. Die internationale TEEB-Studie (2007-2010) habe gezeigt, dass kostenlose Naturgüter und Ökosystemleistungen oft nicht ausreichend in Entscheidungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Natur volkswirtschaftlich vorteilhaft sind.

Denn die Vorsorge zur Sicherung unserer Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen ist deutlich preiswerter als der Versuch, Verlorengegangenes zu ersetzen, wenn dies überhaupt geht.

Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), erläuterte die ökonomische Bewertung am Beispiel naturverträglicher Hochwasserschutzmaßnahmen an der Elbe.

Eine von uns geförderte Untersuchung zeigt, dass der volkswirtschaftliche Nutzen durch eine Deichrückverlegung von Auen dreimal so hoch ist wie die Kosten, wenn man über die vermiedenen Hochwasserschäden hinaus auch die Nutzen durch Ökosystemleistungen mit einkalkuliert. Mit 'Naturkapital Deutschland' sollen solche Informationen künftig besser in Entscheidungen von Politik, Verwaltung, Unternehmen und Konsumenten einfließen.

Das Projekt „Naturkapital Deutschland – TEEB DE“ wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordiniert. Bis 2015 sollen in mehreren thematischen Berichten der Wissensstand über den Wert und die Leistungen der Natur in Deutschland zusammengetragen werden. Zudem sollen Perspektiven zur Weiterentwicklung des politischen Instrumentariums aufgezeigt werden. Themenschwerpunkte sind Naturkapital und Klima sowie Ökosystemleistungen im ländlichen und städtischen Raum.

Ein Projektbeirat, bestehend aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Medien und Wirtschaft, berät das Projekt fachlich. Dieser Beirat trägt auch zur Vermittlung und breiteren Diskussion des Naturkapital-Ansatzes bei. Verschiedene gesellschaftliche Interessengruppen werden über eine projektbegleitende Arbeitsgruppe beteiligt.

23.10.2012

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