Symposium zu Lösungsansätzen für den Artenschutz
Der Verlust der biologischen Vielfalt gilt als eines der zentralen Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Umweltbundesamt (UBA) arbeiten gemeinsam an Lösungsansätzen.
Am 29. und 30. Oktober 2008 trafen sich über 100 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis bei einem Symposium in Bonn. Ziel war es, Wege zur nachhaltigen Sicherung der biologischen Vielfalt in und an Gewässern, Auen sowie im Grundwasser zu identifizieren.
Damit wir auch weiterhin die vielfältigen Dienstleistungen der Natur wie z.B. die Selbstreinigungskräfte intakter Böden und Gewässer für die Gewinnung sauberen Trinkwassers nutzen können, bedarf es eines schonenden Umgangs mit ihr. Ihre Ökosystemfunktionen bekommen wir zwar unentgeltlich, aber ihren immensen Wert müssen wir erhalten und pflegen.
Dies erläuterte Dr. Rainer Blanke, Fachbereichsleiter für Ökologie und Naturhaushalt des BfN. Dr. Thomas Holzmann, Vize-Präsident des UBA, ergänzte:
Der Schutz der Vielfalt an Arten und Lebensräumen kann nur dann erfolgreich sein, wenn wir den klassischen Naturschutz, also Artenschutz sowie die Ausweisung und Vernetzung von Schutzgebieten, durch einen umfassenden Schutz von Wasser, Boden und Luft ergänzen.
Herausforderungen und notwendige Maßnahmen
In Deutschland sind 72 Prozent der natürlichen Lebensräume und ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Viele dieser Arten sind auf Wasser angewiesen oder leben in und an Gewässern.
An zwei Dritteln der Flüsse und Seen sind Maßnahmen erforderlich, um den von der europäischen Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten ökologischen Zustand wiederherzustellen. Dazu gehören die Passierbarmachung von Wehren für Fische und eine naturnähere Gestaltung der Uferbereiche.
Vernetzte naturnahe Gewässer und Auen ermöglichen es Arten und Lebensräumen, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Insbesondere Landwirte sind gefordert, den Eintrag von Pflanzennährstoffen von ihren Anbauflächen in Oberflächengewässer und Grundwasser zu verhindern.
Die Teilnehmer des Symposiums waren sich einig, dass ökologische Verbesserungen notwendig sind, um die biologische Vielfalt von Gewässern, Auen und Grundwasser zu erhalten. Dies dient dem Nutzen von Natur und Menschen gleichermaßen.