Biologische Wasseraufbereitung ermöglicht klares Badewasser ohne Chlor oder Salz
Im Rahmen der Vortragsreihe „Garten aktuell“ auf der Landesgartenschau Ellwangen 2026 stellte Karlheinz Wagner die Unterschiede zwischen Schwimmteichen und Naturpools vor. Der Landschaftsgärtner aus Neresheim-Schweindorf beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Planung und Bau dieser Anlagen und ist Mitglied der internationalen Fachgruppe „Pool for nature“, die natürliche Reinigungsprozesse als Vorbild für die Wasseraufbereitung nutzt.
Nach seinen Erfahrungen entwickelt sich der Markt zunehmend in Richtung Naturpool. Gründe dafür sind kleinere Grundstücke sowie steigende Anforderungen an die Wasserqualität.
Schwimmteiche benötigen viel Platz
Schwimmteiche der Kategorie 2 orientieren sich an natürlichen Stillgewässern. Etwa ein Drittel der Fläche dient als Badebereich, während rund zwei Drittel aus unterschiedlich tiefen Wasserzonen mit Pflanzen bestehen. Diese entziehen dem Wasser Nährstoffe und übernehmen damit die biologische Reinigung.
Der Bau solcher Anlagen erfordert entsprechend große Flächen und umfangreiche Erdarbeiten. Da das Wasser nicht gefiltert wird, bleibt es häufig trüb. Hinzu kommt ein vergleichsweise hoher Pflegeaufwand durch das regelmäßige Zurückschneiden und Entsorgen von Schilfpflanzen sowie die manuelle Reinigung der Wasseroberfläche.
Bei Schwimmteichen der Kategorie 3 sorgen Umwälzpumpen für eine Wasserzirkulation. Dadurch kann die notwendige Vegetationsfläche auf etwa die Hälfte der Gesamtfläche reduziert werden.
Naturpools setzen auf biologische Filtersysteme
Bei Naturpools der Kategorien 4 und 5 dient nicht das Stillgewässer, sondern der Bachlauf als Vorbild. Das Wasser wird kontinuierlich durch spezielle Filtersysteme geleitet, in denen Mikroorganismen die Reinigung übernehmen.
Die biologische Aufbereitung erfolgt ohne Chlor oder Salz. Die Mikroorganismen siedeln sich auf den großflächigen Filterstrukturen an und entziehen dem Wasser Nährstoffe. Besonders Phosphat wird reduziert, wodurch das Algenwachstum eingeschränkt wird. Das Ergebnis ist dauerhaft klares Wasser.
Die Becken werden überwiegend rechteckig mit geraden Wänden ausgeführt. Dadurch lassen sich Pflege und Reinigung effizient gestalten.
Regelmäßige Wartung bleibt notwendig
Auch Naturpools benötigen eine kontinuierliche Pflege. Reinigungsroboter säubern Wände und Boden, während Skimmer schwimmende Verschmutzungen an der Wasseroberfläche aufnehmen.
Die Skimmer sowie die Filtersysteme müssen regelmäßig gereinigt werden. Zudem sind Rückspülungen erforderlich, wodurch Wasser verloren geht. Zusammen mit der natürlichen Verdunstung entsteht ein Nachfüllbedarf. Der überwiegende Teil des Wassers verbleibt jedoch dauerhaft im Becken und wird nicht ausgetauscht.
Die technische Ausstattung wird heute in der Regel winterfest installiert und kann ganzjährig im System verbleiben.
Integration in die Gartengestaltung
Für Karlheinz Wagner ist die technische Funktion nur ein Teil der Planung. Ebenso wichtig ist die gestalterische Einbindung des Wassers in die Gesamtanlage. Bereits in der Planungsphase werden Ausstattungsmerkmale und individuelle Wünsche berücksichtigt.
- Sitzbereiche am Wasser
- Wasserspiele und Bachläufe
- Rollladenabdeckungen
- Gegenstromanlagen
- Unterwasserbeleuchtung
- Individuelle Zugänge ins Wasser
Im Garten- und Landschaftsbau gewinnen Naturpools und Schwimmteiche als Bestandteil hochwertiger Außenanlagen weiterhin an Bedeutung. Neben dem Badeerlebnis tragen sie auch zur Aufwertung des Gartens bei.
Nach den Erfahrungen von Wagner werden die Anlagen zudem von zahlreichen Tieren genutzt. Bienen, Hummeln, Vögel und weitere Arten finden dort Wasser und zusätzliche Lebensräume innerhalb der gestalteten Gartenlandschaft.
