Dialogforum würdigt Freiwilligenengagement im Naturschutz
Im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 fand ein zweitägiges Dialogforum zum Thema "Ehrenamtliche Aktivitäten zur Erfassung der biologischen Vielfalt" am Bundesamt für Naturschutz (BfN) statt. Die Veranstaltung brachte rund 70 Vertreter von Naturschutzverbänden, Vereinen, Universitäten und Behörden zusammen, um sich über das gesellschaftliche Engagement im Naturschutz auszutauschen und gemeinsame Ideen für die zukünftige Zusammenarbeit zu entwickeln.
Ehrenamtliches Engagement bildet eine unverzichtbare Grundlage für den Naturschutz in Deutschland. Es ermöglicht die Erhebung großräumiger Daten und die Umsetzung lokaler Arten- und Biotopschutzmaßnahmen. Dieses Engagement trägt entscheidend zur Verbesserung der Datenbasis über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt bei, wie sie in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt gefordert wird.
Ohne die Unterstützung von Freiwilligen wäre der Naturschutz in Deutschland weniger leistungsfähig. Es gäbe keine Roten Listen gefährdeter Arten und kein bundesweites Vogelmonitoring. Unser Wissen über Verbreitung und Bestandsentwicklung von Arten wäre nur spärlich. Ehrenamtlich erhobene Daten bilden die Basis für effiziente Naturschutzmaßnahmen – und zwingen Behörden und Politik dazu, sich mit aktuellen Entwicklungen der biologischen Vielfalt auseinander zu setzen. Gerade in Zeiten knapper Finanzen muss aber auch darauf geachtet werden, dass aufgrund knapper Ressourcen nicht zunehmend staatliche Aufgaben ins Ehrenamt abgeschoben werden.
Das Engagement Freiwilliger im Naturschutz umfasst ein breites Spektrum an Aktivitäten. Dazu gehören Maßnahmen zum Artenschutz und zur Biotoppflege, die Schutzgebietsbetreuung, die Mitarbeit in Beiräten, Angebote im Bereich Naturerlebnis sowie die Bestandserfassung von Tieren und Pflanzen.
Die bundesweit tätigen Naturschutzverbände zählten 2010 etwa 5,2 Millionen Mitglieder, von denen sich mehrere Hunderttausend aktiv für den Naturschutz einsetzen. Allein beim ehrenamtlichen Vogelmonitoring sind jährlich bundesweit circa 5.000 Freiwillige aktiv. Eine effektive Zusammenarbeit zwischen staatlichem und ehrenamtlichem Naturschutz kommt letztendlich der Natur zugute.
Voraussetzung für diese Zusammenarbeit ist eine stärkere Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit sowie eine finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand. Diese Unterstützung sollte koordinative Tätigkeiten, die Erarbeitung von Methoden und Standards sowie eine angemessene Aufwandsentschädigung umfassen.
Hintergrund der Initiative und Ziele
Das Dialogforum "Ehrenamtliche Aktivitäten zur Erfassung der biologischen Vielfalt" wurde gemeinsam vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz veranstaltet. Die Fachtagung ist Teil eines Dialogprozesses zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Diese Strategie, die 2007 von der Bundesregierung beschlossen wurde, bildet den Kern der Naturschutzpolitik in Deutschland. Sie zielt darauf ab, die Gefährdung der biologischen Vielfalt aufzuhalten und eine Trendwende zu erreichen.