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Naturschutz und Industrie vertiefen Dialog auf dem 49. Deutschen Torf- und Humustag

Der 49. Deutsche Torf- und Humustag förderte den Austausch zwischen Industrie, Naturschutz und Behörden. Im Fokus standen Moorschutzkonzepte, Ressourcensicherung und die Herausforderungen bei der Beschaffung von Ausgangsstoffen für Blumenerden.

Impulse und Perspektiven zum Moorschutz – Ergebnisse des 49. Deutschen Torf- und Humustags

Prof. Dr. Peter Nieschmidt eröffnete die Referentenrunde mit einem Vortrag zum Thema „Arbeit und Führung im Wandel“. Anschließend sprach sich Dr. Paul Alexander von der Royal Horticultural Society für eine Reduzierung des Torfeinsatzes in Erden aus. Er wies jedoch darauf hin, dass in Großbritannien eine Konkurrenz um alternative Stoffe durch deren Nutzung in der thermischen Verwertung bestehe. Um dem Gartenbau verlässliche Kultursubstrate zu sichern, würden alle Interessengruppen in den Prozess einbezogen.

Felix Grützmacher, Moorexperte des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), stellte die Bedingungen für eine Zusammenarbeit mit der Erdenindustrie vor. Trotz einer ablehnenden Haltung gegenüber dem Torfabbau hat der NABU dem Dialog mit der Industrie zugestimmt, um gemeinsam mit dem IVG Konzepte zur Verbesserung der Moosituation in Deutschland zu entwickeln. Auch die niedersächsische Landesregierung verfolgt mit der Änderung ihres Landesraumordnungsprogramms das Ziel des Moorschutzes, wie Irene Dahlmann vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz erläuterte. Die Finanzierung der entstehenden Kosten soll durch Landeshaushaltsmittel und EU-Fördergelder erfolgen, wobei die Frage der ausreichenden Mittel für Erwerb und Renaturierung sowie die Beteiligung des Gartenbaus und der Erdenindustrie offenblieb.

Herausforderungen bei Rohstoffen und Zertifizierung

Michael Carus vom Nova Institut prognostizierte eine weitere Verknappung alternativer Rohstoffe für die Erdenproduktion aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Biomasse. Bereits heute würden in Europa große Mengen an Rohstoffen zur Energiegewinnung verbrannt oder in der verarbeitenden Industrie genutzt. Hein Boon von der Stichting RHP präsentierte den aktuellen Stand des Zertifizierungssystems RPP (Responsibly Produced Peat) und stellte erste Zertifizierungen für Mitte 2015 in Aussicht.

Dr. Arne B. Hückstädt (IVG) informierte über die in Erden eingesetzten Ausgangsstoffe und deren Verfügbarkeit. Dabei wurde deutlich, dass ein umgehender und umfassender Ersatz von Torf derzeit nicht ohne Weiteres möglich ist.

Der nächste Deutsche Torf- und Humustag ist für den 15. Oktober 2015 in Bad Zwischenahn geplant.

10.11.2014

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