Bundesförderung für die Baar: Ein Drehkreuz der Biotope
Die Region Baar wird durch ein neues Naturschutzgroßprojekt als überregional und international bedeutender Standort im Biotopverbund gestärkt. Die Baar verbindet den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und den Schweizer Jura. Das Bundesumweltministerium fördert dieses Projekt mit rund 4,3 Millionen Euro. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, übergab den Förderbescheid in Villingen-Schwenningen.
Die Moore und Wälder der Baar bilden wichtige Verbundachsen für zahlreiche Arten. Wenn wir es schaffen, die Baar als Drehkreuz der Biotope zu erhalten, dann leisten wir einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz weit über die Region hinaus.
Der Schwarzwald-Baar-Kreis übernimmt die Trägerschaft des Vorhabens. Zunächst werden die Potenziale des Gebiets erfasst und Naturschutzmaßnahmen mit allen Beteiligten abgestimmt. Diese Maßnahmen werden im weiteren Verlauf des Großprojekts umgesetzt.
Vielfalt der Biotope und Schutzziele
Die Baar zeichnet sich durch eine hohe geologische und klimatische Vielfalt aus, was zu einer Konzentration unterschiedlicher Biotope auf engem Raum führt. Dazu gehören die größten Schluchtwälder Südwestdeutschlands, bis zu 400 Jahre alte Eichen-Hainbuchenwälder und der unverbauten Wildfluss Wutach. Ein zentrales Ziel des Naturschutzgroßprojekts ist die Wiederbelebung der zahlreichen Moore.
Die Wiederherstellung und die dauerhafte Sicherung von Mooren sowie der Erhalt der Wälder in diesem Naturschutzgroßvorhaben haben eine außerordentliche Bedeutung für die Sicherung unseres Naturerbes. Sie sind wichtige Trittsteine für den überregionalen Biotopverbund wie auch als Rückzugsraum für Tier- und Pflanzenarten vor dem Hintergrund anstehender Veränderungen durch den Klimawandel. Damit ist das Projekt ein sehr gutes Beispiel für die Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Bestände der speziellen Tier- und Pflanzenarten der Moore zu sichern. Ein weiteres Projektziel ist der Schutz der Wälder, die teilweise wertvolle Altbaumstrukturen aufweisen. Das Waldverbundsystem der Baar bietet einen bedeutenden Lebensraum, beispielsweise für den Luchs, der hier großflächig wandern kann.
Klimaschutz und nationale Bedeutung
Moore und Wälder tragen durch die Bindung von Kohlenstoff maßgeblich zum Klimaschutz bei. Das Naturschutzgroßprojekt wird über die „chance.natur-Bundesförderung Naturschutz“ finanziert. Dieses Programm des Bundes leistet seit 1979 einen Beitrag zur Erhaltung des nationalen Naturerbes in Deutschland, indem es ausgewählte Regionen bei der Sicherung schützenswerter Naturräume und historisch gewachsener Kulturlandschaften unterstützt.
Die „Baar“ ist eines von 22 laufenden Naturschutzgroßprojekten. Bislang wurden 55 Vorhaben erfolgreich abgeschlossen. Durch diese Förderung konnte auf einer Fläche von über 3.500 Quadratkilometern zum Erhalt der Landschafts- und Artenvielfalt in Deutschland beigetragen werden.