Finanzierung und Initiatoren des Aller-Projekts
Das Bundesumweltministerium (BMU) stellt über eine Million Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt bereit. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Vorhaben fachlich als Bewilligungsbehörde. Initiiert wurde das Projekt gemeinsam von der Aktion Fischotterschutz e.V. und der Volkswagen AG. Die Volkswagen AG steuert zusätzlich 213.600 Euro bei, während die Aktion Fischotterschutz e.V. einen Eigenanteil von 140.543 Euro leistet.
Es sprechen viele Gründe dafür, dass wir alles daran setzen, den ökologischen Zustand unserer Gewässer und Auen nachhaltig zu verbessern. Unsere naturnahen Auenlandschaften sind Zentrum der Biodiversität, Grundlage für einen vorsorgenden Hochwasserschutz und Anziehungspunkte für Naturtouristen. Wir müssen dieses Naturkapital für heutige und zukünftige Generationen erhalten und entwickeln.
Das Aller-Projekt verfolgt einen umfassenden Ansatz, in dem aktiver Naturschutz und Umweltbildung verbunden und ein Netzwerk von geschulten Akteuren vor Ort aufgebaut wird. Dies gemeinsam schafft eine hervorragende Basis für eine nachhaltige Sicherung und Steigerung der biologischen Vielfalt entlang der Aller.
Umfassender Ansatz im gesamten Aller-Einzugsgebiet
Das Projekt trägt den Titel „Das Aller-Projekt – Verbindung von Lebensräumen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt“. Es erstreckt sich über das gesamte Gewässersystem der Aller, von ihrer Quelle in Sachsen-Anhalt bis zur Mündung in die Weser im Landkreis Verden in Niedersachsen.
Im Projektgebiet werden gewässerökologische Maßnahmen zur Verbesserung der Artenvielfalt an Gewässern und Auen umgesetzt. Ziel ist es, die Eigendynamik der Fließgewässer zu fördern. Durch die Extensivierung von Uferrandstreifen und gezielte Gehölzpflanzungen sollen Lebensräume entwickelt und zu zusammenhängenden Lebensraumkorridoren vernetzt werden, die das gesamte Einzugsgebiet durchziehen. Ein Großteil der Maßnahmen findet außerhalb bestehender Schutzgebiete statt.
Ergänzung bestehender Projekte und Umweltbildung
Dieser Fokus auf Gebiete abseits des üblichen Naturschutzes ergänzt vorhandene Projekte sinnvoll und fördert eine ganzheitliche, nachhaltige Entwicklung der Gewässer und Auen entlang der Aller. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, darunter Fischerei- und Naturschutzverbände. Diese Akteure werden angeleitet und vernetzt, um sie zu befähigen, zukünftig eigenständig Maßnahmen zur Steigerung der biologischen Vielfalt umzusetzen.
Ein speziell für das Projekt angeschafftes fahrbares Gewässerlabor, das „Aller-Mobil“, soll Kindern und Jugendlichen das Thema „Biologische Vielfalt“ näherbringen. Schulklassen und Gruppen können mit dem mobilen Labor die Tier- und Pflanzenwelt der Gewässer vor Ort erforschen. Hierfür stehen Kescher, Lupen, Mikroskope zur Bestimmung von Lebewesen sowie Geräte zur chemischen und physikalischen Gewässeruntersuchung zur Verfügung. Dies ermöglicht den Schülern, Aussagen zur Gewässergüte und Naturnähe zu treffen.
Bundesprogramm Biologische Vielfalt als Unterstützung
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Dieses Programm fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig einen positiven Trend zu etablieren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die gesetzlichen Standards hinaus. Begleitende Informations- und Kommunikationsmaßnahmen sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.