Naturschutz

Naturverträgliche Landnutzung nützt biologischer Vielfalt und Klimaschutz: BfN stellt Studie zur naturverträglichen Landnutzung vor

18.11.2010

Naturverträgliche Formen der Landnutzung besitzen ein enormes Potential für den Klimaschutz. Das ist eine der wesentlichen Aussagen einer Studie der Leibniz-Universität Hannover, die vom Bundesamt für Naturschutz heute in Bonn vorgestellt wurde.

Synergien von Klima- und Naturschutz in Land- und Forstwirtschaft

„Diese Synergien von Klima- und Naturschutz in der Land- und Forstwirtschaft müssen künftig stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit wie auch der politischen Entscheidungsträger transportiert werden. Es ist an der Zeit, dass die Klima-, Agrar- und Naturschutzpolitik in einem Guss betrieben wird und entsprechend die Förderprogramme auch gezielt aufeinander abgestimmt werden“, sagte die Präsidentin des BfN, Prof. Beate Jessel.

Ergebnisse der Studie

Die Untersuchung analysierte den Einfluss veränderter Landnutzung auf Klimawandel und Biodiversität. Dabei wurde deutlich:

  • Land- und Forstwirtschaft in Deutschland werden künftig stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein.
  • Gleichzeitig tragen Landnutzung und Landnutzungsänderungen in erheblichem Maße selbst zur Klimaerwärmung bei.
  • Beispiel: Treibhausgasemissionen aus landwirtschaftlich genutzten Moorstandorten machen ca. 30 % der landwirtschaftlichen Gesamtemissionen aus – und übersteigen damit die aktuellen Reduktionsverpflichtungen der am Emissionshandel beteiligten Energie- und Industrieunternehmen.

„Ziel einer künftigen Landnutzung muss es daher sein, die Treibhausgasbilanz zu verbessern, die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen zu stärken und gleichzeitig die biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft zu sichern“, erläuterte Prof. Jessel. Dies erfordert Änderungen hin zu einer nachhaltigeren Land- und Forstwirtschaft.

Empfohlene Maßnahmen

  • Schutz von wertvollem Grünland
  • Renaturierung von entwässerten Mooren, Feuchtgebieten und Auen
  • Förderung des ökologischen Landbaus
  • naturverträgliche Waldwirtschaft

Fördermechanismen

Eine wichtige Voraussetzung für eine klimafreundliche und biodiversitätsfördernde Landnutzung sind effektive Fördermechanismen und Steuerungsinstrumente. Zentraler Ansatzpunkt hierfür ist eine EU-Agrarpolitik nach dem Leitgedanken „öffentliches Geld für öffentliche Güter“ nach 2013.

„Wir erwarten eine deutlich verbesserte Honorierung von Natur- und Umweltleistungen gerade solcher Landbewirtschaftungsformen, die Synergieeffekte für die biologische Vielfalt und den Klimaschutz, aber auch für Gewässer und Boden aufweisen“, so Prof. Beate Jessel.

Die Veröffentlichung Heft Nr. 94 „Der Einfluss veränderter Landnutzungen auf Klimawandel und Biodiversität“ ist beim Landwirtschaftsverlag erhältlich.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Konstantinstr. 110
53179Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 8491-0
Fax:+49 228 8491-9999

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