Aktuelle Entwicklungen und Reduzierung von Emissionen
Die Bau- und Baumaschinenindustrie legt zunehmend Wert auf emissionsarme, kraftstoffsparende und energieeffiziente Maschinen. Die bauma 2016, Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte, die vom 11. bis 17. April 2016 in München stattfand, präsentierte hierzu aktuelle Entwicklungen.
Seit der Einführung der Abgasemissionsrichtlinie im Jahr 1999 hat die Baumaschinenindustrie die Emissionen ihrer Produkte erheblich reduziert. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) konnten Stickoxide und Dieselpartikel um über 95 Prozent gesenkt werden.
Im Sinne einer optimierten Energiebilanz und eines bestmöglichen Arbeitsergebnisses entscheiden Baumaschinen heute selbst, ob es für den jeweiligen Arbeitsgang ökonomischer ist, die Kraft mechanisch oder hydraulisch auf die Räder zu übertragen. Antriebe liefern nur so viel Kraft wie nötig, Energie wird gespeichert und bei Bedarf abgegeben. Und der Eco-Mode gehört bei vielen Maschinentypen schon seit Jahren zum Standard.
Dies erklärte Joachim Schmid, Geschäftsführer des Fachverbands Bau- und Baustoffmaschinen im VDMA.
Potenziale in der Antriebstechnik
Trotz der bereits erzielten Fortschritte sind weitere Verbesserungen im Antrieb von Baumaschinen möglich, insbesondere durch die Zusammenarbeit von Herstellern und Zulieferern. Ein Beispiel hierfür ist das Verbundprojekt TEAM (Entwicklung von Technologien für energiesparende Antriebe mobiler Arbeitsmaschinen).
Das Projekt, an dem 18 Maschinenhersteller und Zulieferfirmen wie Caterpillar, Danfoss, Deutz, Hydac und Rexroth Bosch, fünf Hochschulinstitute sowie der VDMA beteiligt waren, endete im Frühjahr 2016 mit der Präsentation des „Grünen Radladers“. Drei Jahre lang wurde an einer innovativen Betriebsstrategie zur Verknüpfung der Antriebsteilsysteme gearbeitet.
Als Technologiedemonstrator entstand ein Radlader, der einen optimierten Dieselmotor, ein Leistungsverzweigungsgetriebe, eine verdrängergesteuerte Arbeitshydraulik und ein hydrostatisches Hybridsystem zu einem neuen Antriebsstrang kombiniert. Diese Neuentwicklung ermöglicht im praktischen Einsatz eine Kraftstoffersparnis von über zehn Prozent im Vergleich zu einer aktuellen Serienmaschine. Weitere Informationen zu dieser Entwicklung wurden im Rahmen der Initiative Forschung live in Halle B0 der bauma präsentiert.
Leistungsverzweigte Getriebe für Radlader
Besonders leistungsverzweigte Getriebe gewinnen bei Radladern an Bedeutung. Prof. Dr.-Ing. Marcus Geimer, Inhaber des Lehrstuhls für Mobile Arbeitsmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie, betonte, dass sich diese Getriebe in einem weiten Betriebsbereich durch einen besseren Wirkungsgrad im Vergleich zu hydrostatischen Getrieben oder lastschaltbaren Wandlergetrieben auszeichnen.
Er berichtete, dass entsprechende Prototypen und Getriebemuster bereits auf diversen Fachtagungen vorgestellt wurden. Geimer zeigte sich gespannt, welche Hersteller diese Komponenten auf der bauma 2016 in ihren Serienmaschinen präsentieren würden.
