Umfassender Schutz vor Naturgefahren durch die umweltinfo-App
Eine neue App soll bayerische Bürger künftig besser vor Naturgefahren schützen. Die umweltinfo-App bietet eine Kombination aus Warnungen und Informationen. Sie wurde in München vorgestellt und ist bayernweit verfügbar.
Die App ermöglicht es Nutzern, individuelle Warnungen für bis zu drei Standorte zu konfigurieren. Bei drohenden Gefahren wie Hochwasser, Orkan, erhöhten Ozonwerten oder Lawinen erhalten sie eine Push-Benachrichtigung in Echtzeit auf ihr Smartphone.
Die App ist ein digitaler Bodyguard für die Hosentasche. Sie bietet eine einzigartige Kombination von Warnung und Information für die Bürger. Wir informieren die Menschen zukünftig noch schneller und individueller über Naturgefahren. Mit einer Push-Funktion warnt die App den Nutzer in Echtzeit vor drohenden Gefahren: Vom Hochwasser bis zum Orkan, von erhöhten Ozonwerten im Sommer bis zu Lawinen im Winter.
Zusätzlich zu den Warnfunktionen können über die App vielfältige Umweltinformationen abgerufen werden, darunter Daten zur Luftqualität oder Pollenbelastung. Die Entwicklung der App erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt.
Hans-Joachim Koppert, Leiter des Geschäftsbereiches Wettervorhersage und Vorstandsmitglied des DWD, betonte die zunehmende Bedeutung frühzeitiger Warnungen. Er wies darauf hin, dass das Potenzial für häufigere Unwetter aufgrund höherer Temperaturen und mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre bestehe. Die Zahl der heißen Tage sei signifikant gestiegen und werde weiter zunehmen. Auch die Schäden durch Unwetter hätten in den letzten Jahren zugenommen.
Klima-Anpassungsstrategie wird fortgeschrieben
Die neue App ist Teil der bayerischen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Ziel ist es, Bayern bis 2050 klimasicher zu machen. Im Frühjahr 2016 soll die Bayerische Klima-Anpassungsstrategie fortgeschrieben werden. Auf dieser Grundlage wird ein umfassendes Handlungskonzept für die regionale Ebene erarbeitet, um gezielte Maßnahmen vor Ort umzusetzen.
Der Freistaat investiert weiterhin in die Sicherheitsinfrastruktur gegen Naturgefahren, insbesondere in den Hochwasserschutz. Aktuell werden 3,4 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Auch der Lawinenschutz wird ausgebaut; zu den bestehenden 40 Kilometern Schutzverbauungen sollen in den nächsten Jahren rund 8 Kilometer hinzukommen.
Der Klimawandel ist in Bayern bereits spürbar. Im Sommer 2015 herrschte in Unterfranken die größte Trockenheit seit 40 Jahren. Die Durchschnittstemperatur in Bayern ist in den letzten 80 Jahren um etwa 1,1 Grad gestiegen, in den Alpen sogar um 1,5 Grad. Um die regionalen Auswirkungen des Klimawandels detailliert darzustellen, wird das Umweltministerium noch in diesem Jahr den ersten bayerischen Klima-Report vorlegen. Für den Klimaschutz stehen im aktuellen Doppelhaushalt 170 Millionen Euro zur Verfügung.
