Naturschutz

Schutz heimischer Wildpflanzen: Neues Netzwerk sichert genetische Vielfalt

Ein neues Projekt des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sichert die genetische Vielfalt von 15 gefährdeten heimischen Wildpflanzenarten. Das Vorhaben, gefördert vom Bundesumweltministerium, zielt darauf ab, Populationen an Naturstandorten zu stärken und die Bedeutung der Biodiversität zu vermitteln.

Projektziele und ausgewählte Arten

Ein neues Projekt des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, gefördert vom Bundesumweltministerium, zielt darauf ab, die genetische Vielfalt von 15 gefährdeten heimischen Wildpflanzenarten bundesweit zu sichern. Diese Arten sind für Deutschland von besonderer Schutzverantwortung.

Zu den ausgewählten Arten gehören die Arnika (Arnica montana), der Sumpfenzian (Gentianella uliginosa) und das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis). Das Projekt ist in drei Phasen unterteilt: Zunächst wird Saatgut dieser 15 Arten an ihren Wildstandorten gesammelt und in Saatgutgenbanken eingelagert. Anschließend legen beteiligte Botanische Gärten Erhaltungs- und Vermehrungskulturen an. In der dritten Phase wird dieses Material genutzt, um gefährdete Populationen an ihren Naturstandorten zu stärken.

Finanzierung und Koordination des Projekts

Das Bundesumweltministerium stellt für dieses Vorhaben über 2,4 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt bereit. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Naturschutzprojekt als Bewilligungsbehörde fachlich. Die Umsetzung des Projekts „Wildpflanzen-Schutz Deutschland“ erfolgt durch ein neu gegründetes bundesweites Netzwerk. Dieses Netzwerk umfasst die Botanischen Gärten von Berlin, Karlsruhe, Osnabrück, Potsdam und Regensburg sowie die Pädagogische Hochschule Karlsruhe. Die Koordination des auf fünf Jahre angelegten Vorhabens übernimmt der Botanische Garten der Universität Osnabrück.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser, betonte die Bedeutung des Projekts:

Das Projekt kümmert sich um den Erhalt der genetischen Vielfalt und verfolgt so ein wichtiges Ziel unserer Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Durch eine breit angelegte Informationsstrategie trägt es dazu bei, der Gesellschaft die Bedeutung der heimischen Biodiversität zu vermitteln und dadurch die Bereitschaft zu stärken, diese heimische Vielfalt zu erhalten und zu schützen.

BfN-Präsidentin Beate Jessel hob die Relevanz der genetischen Bandbreite hervor:

Nur bei einer großen genetischen Bandbreite innerhalb einer Art besteht die Chance, dass Organismen vorhanden sind, die mit neuen Bedingungen zurechtkommen, wie zum Beispiel der Klimawandel sie bringt. Andernfalls ist das Risiko hoch, dass die Art ausstirbt. Es ist sehr erfreulich, dass das Projekt diesen oft in den Hintergrund tretenden Aspekt der biologischen Vielfalt aufgreift und anschaulich vermittelt.

Umfassende Maßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit

Jeder der sechs Projektpartner bringt spezifische Expertise in das Netzwerk ein, wodurch ein Verbundsystem entsteht, das verschiedene Schutzmaßnahmen für heimische Wildpflanzen umsetzt. Dazu gehören die Entwicklung eines Geo-Web-Mapping-Portals zur Einbindung ehrenamtlicher Sammler, die Erarbeitung von Standards für Saatgutsammlung, -aufbereitung und -lagerung sowie Vitalitätsprüfungen des Saatguts. Weiterhin werden Erfolgskontrollen für Artenschutzmaßnahmen entwickelt und Unterrichtsmaterialien zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten erstellt.

Das Projekt wird auch öffentlichkeitswirksam präsentiert, unter anderem auf der Bundesgartenschau 2015 in Brandenburg und der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 in Berlin. Die beteiligten Botanischen Gärten werden die ausgewählten Arten in ihren Anlagen zeigen und Besucher über deren Besonderheiten und spezifischen Anforderungen informieren.

Hintergrund des Bundesprogramms Biologische Vielfalt

Das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung im Rahmen der NBS haben oder diese Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen sollen den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland stoppen und langfristig in einen positiven Trend umkehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über gesetzliche Standards hinaus. Begleitende Informations- und Kommunikationsmaßnahmen sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.

15.08.2013

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