Aus- und Weiterbildung, Naturschutz

Neues Projekt "Schulwandern" soll Kinder für biologische Vielfalt begeistern

Mit dem Projekt „Schulwandern“ sollen Grundschüler biologische Vielfalt direkt in der Natur erleben. Drei Modellschulen testen das Konzept der „Draußenschule“, begleitet von Wissenschaft und Umweltverbänden. Ziel ist mehr Umweltbewusstsein durch regelmäßigen Unterricht im Freien.

Projekt „Schulwandern“ soll Kinder für biologische Vielfalt sensibilisieren

Mit dem neuen Projekt „Schulwandern – Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen“ soll Naturerfahrung wieder stärker in den Schulalltag integriert werden. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte für biologische Vielfalt zu sensibilisieren und das Lernen im Freien zu fördern.

Das dreijährige Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesumweltministerium gefördert. Grundschulen in staatlicher Trägerschaft können sich bis zum 20. März für die Teilnahme bewerben.

„Draußenschule“ als Modellprojekt

An drei ausgewählten Grundschulen soll das Konzept der sogenannten „Draußenschule“ modellhaft umgesetzt werden. Geplant ist, dass die Schülerinnen und Schüler an einem Tag pro Woche außerhalb des Klassenzimmers lernen und dabei biologische Vielfalt direkt erleben.

„Ich hoffe, dass die Idee der Draußenschule über das Projekt hinaus viele Nachahmer findet. Das wäre nicht nur für die Kinder ein Gewinn, sondern auch für die biologische Vielfalt. Denn wer schon als Schüler die Vielfalt der Natur bewusst erlebt, wird auch auf Dauer respektvoll mit der Natur umgehen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Das Bundesumweltministerium stellt für das Projekt rund 750.000 Euro zur Verfügung. Fachlich begleitet wird das Vorhaben vom Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Praxisnahes Lernen in der Natur

Die wissenschaftliche und fachliche Betreuung übernehmen der Deutsche Wanderverband (DWV) sowie die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Gemeinsam wollen die Projektpartner ein Modellkonzept entwickeln, das später auch anderen Schulen zur Verfügung gestellt werden soll.

„Die Schüler können so ihre natürliche Umgebung im Jahresverlauf bewusst wahrnehmen und erfahren die Zusammenhänge, Einflüsse und Abhängigkeiten sowie die Vielfalt in der Natur“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Als Vorbild dient unter anderem die in skandinavischen Ländern etablierte „Uteskole“, bei der Unterricht regelmäßig im Freien stattfindet.

Begleitende Schulwandertage geplant

Parallel zum Modellprojekt organisierte der Deutsche Wanderverband zwischen 2014 und 2016 bundesweite „Schulwandertage zur biologischen Vielfalt“. Schulen erhalten dafür Informationsmaterialien, Poster, Broschüren sowie eine spezielle Smartphone-App.

Zusätzlich ist ein Wettbewerb vorgesehen, bei dem Schulen mit entsprechenden Wandertagen Preise gewinnen und weitere Schulwanderungen unterstützen können.

Das Projekt verbindet Umweltbildung mit praktischer Naturerfahrung und soll langfristig das Bewusstsein für biologische Vielfalt stärken.

13.02.2014

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