Eschentriebsterben: Projekt zum Schutz der Artenvielfalt in eschenreichen Wäldern

Naturschutz

Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt untersucht die Auswirkungen des Eschentriebsterbens auf die Artenvielfalt in eschenreichen Wäldern. Es werden Maßnahmen zum Schutz des Artenreichtums ergriffen, um gefährdete Pflanzen- und Pilzarten zu erhalten.

Hintergrund und Ziele des Projekts

Ein invasiver Pilz bedroht europaweit Eschenbestände und damit die Artenvielfalt in eschenreichen Wäldern. Der Pilz führt zum Welken der Blätter und zum Absterben junger Triebe der Eschen. Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt untersucht nun, wie sich das sogenannte Eschentriebsterben auf die biologische Vielfalt dieser Wälder auswirkt und welche Maßnahmen zum Schutz ihres Artenreichtums ergriffen werden können.

Das Projekt konzentriert sich auf den Schutz gefährdeter Pflanzen- und Pilzarten in eschenreichen Wäldern. Für diese Arten trägt Deutschland eine besondere Verantwortung, da sie hierzulande verstärkt vorkommen. Das Vorhaben wird bis 2025 mit rund 2,3 Millionen Euro durch das Bundesumweltministerium gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet.

Eschenreiche Wälder bieten vielen Arten Lebensraum, darunter zahlreichen gefährdeten Pilzen und Pflanzen, die vor allem hierzulande vorkommen. Diese Arten gilt es vor dem Aussterben zu bewahren. Dazu trägt das jetzt gestartete Projekt bei.

Der Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus pseudoalbidus, Nebenfruchtform Chalara fraxinae) ist die Ursache des Eschentriebsterbens. Er wurde aus Ostasien nach Europa eingeschleppt und 2007 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Der Pilz befällt heimische Eschen (Fraxinus excelsior), was zu welken Blättern, abgestorbenen Trieben und letztlich zum Absterben der Bäume führen kann. Daher wird die Krankheit auch als Eschentriebsterben oder Eschenwelke bezeichnet.

Wirksame Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt eschenreicher Wälder sind dringend notwendig und sollen jetzt im Rahmen des Vorhabens entwickelt werden.

Forschung und praktische Maßnahmen

Das Projekt, das im Februar 2019 unter der Federführung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Förderschwerpunkt „Verantwortungsarten“ des Bundesprogramms Biologische Vielfalt startete, untersucht zunächst den Befallsgrad der Eschen in Schleswig-Holstein und die Auswirkungen des Eschentriebsterbens auf die Artenvielfalt der Wälder. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit freiberuflichen Pilzexpertinnen und -experten.

Gemeinsam mit staatlichen und privaten Forstbetrieben werden waldbauliche Maßnahmen umgesetzt, um den Erhalt der Eschen und die Artenvielfalt der Wälder langfristig zu sichern. Dazu gehören das Anpflanzen von Eschen-Jungpflanzen unterschiedlicher Herkunft sowie der Verzicht auf das Fällen von Altbäumen. Es werden Demonstrations- und Referenzflächen eingerichtet, die dem Artenschutz, der Langzeitbeobachtung und der Öffentlichkeitsarbeit dienen. Aus den Projektergebnissen sollen Handlungsempfehlungen für die waldbauliche Praxis in ganz Deutschland entwickelt werden.

Ein weiterer Untersuchungsbereich des Vorhabens ist die Frage, ob und inwieweit andere heimische Baumarten wie Flatterulme, Winterlinde, Bergahorn und Hainbuche die ökologische Rolle der Esche übernehmen könnten. Diese standortgerechten Baumarten werden in Mischpflanzungen zusammen mit der Esche angepflanzt, um die Artenvielfalt der Wälder langfristig zu sichern.

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.

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