Naturschutz

Landwirtschaftliche Betriebe setzen Naturschutzmaßnahmen um

In drei Modellregionen werden landwirtschaftliche Betriebe konkrete Naturschutzmaßnahmen umsetzen. Das Bundesumweltministerium unterstützt die vom Deutschen Bauernverband koordinierten Projekte in den kommenden sechs Jahren mit insgesamt 1,7 Millionen Euro.

Modellprojekte für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft

In drei Modellregionen werden landwirtschaftliche Betriebe konkrete Naturschutzmaßnahmen umsetzen. Neben Pilotprojekten im Rheinland, an der Mosel und im Münsterland ist der Aufbau einer berufsständisch getragenen Naturschutzberatungsstelle geplant. Diese soll die freiwillige Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen durch Landwirte fördern. Das Bundesumweltministerium unterstützt die vom Deutschen Bauernverband koordinierten Projekte in den kommenden sechs Jahren mit insgesamt 1,7 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt.

Das Besondere an diesem Vorhaben ist, dass es nicht auf den ökologischen Anbau ausgerichtet ist, wo schon wichtige Erfolge erzielt werden. Diese Projekte setzen gezielt bei der konventionellen landwirtschaftlichen Nutzung an. Immerhin werden 54 % der Fläche Deutschlands landwirtschaftlich genutzt, davon fast 95 % in konventioneller Form. Damit hat die konventionelle Landwirtschaft einen maßgeblichen Einfluss auf den Zustand der Natur in unseren Agrarlandschaften. Hier brauchen wir dringend Verbesserungen.

Dies erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Auch Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), betonte die Bedeutung der Kooperation:

Der Deutsche Bauernverband repräsentiert rund 300.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland und ist daher für den Naturschutz bei der Umsetzung von Zielen der Nationalen Biodiversitätsstrategie in der Agrarlandschaft ein wichtiger strategischer Kooperationspartner. Ich hoffe sehr, dass es mit dem anspruchsvollen Vorhaben gelingt, freiwillige biodiversitätsfördernde Maßnahmen in der Landwirtschaft nicht nur anzustoßen, sondern auch langfristig in die Praxis zu integrieren. Dabei sollen Ökosystemleistungen einbezogen und damit die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen im Blick behalten werden. Dies wäre ein großer Schritt zu einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Projektstruktur und Ziele

Das Verbundprojekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren und wird vom Deutschen Bauernverband koordiniert. Die praktische Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen erfolgt in drei Teilvorhaben:

  • Das Teilprojekt „Summendes Rheinland“, umgesetzt von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, läuft seit 2013 und konzentriert sich auf den Schutz von Bestäuberinsekten in der intensiv genutzten Agrarlandschaft des Rheinlands.
  • Das Teilprojekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt“ des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau befasst sich mit biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Steillagenweinbau an der Mosel.
  • Das Teilprojekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität – Landwirte ackern zur Förderung der Biodiversität im Münsterland“, umgesetzt von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, widmet sich dem naturverträglichen Energiepflanzenanbau in Westfalen.

Bei allen drei Teilprojekten wird die Übertragbarkeit der Maßnahmen auf ähnliche Regionen angestrebt und erprobt. Eine übergreifende Evaluation und Auswertung ergänzt die Projekte. Das Bundesamt für Naturschutz begleitet das Verbundprojekt als Bewilligungsbehörde. Die Maßnahmen werden auch hinsichtlich ihres ökonomischen Nutzens analysiert. Die durch die Natur erbrachten Ökosystemleistungen werden im gesamten Projekt hervorgehoben und kommuniziert. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zur Initiative Naturkapital Deutschland - TEEB DE.

Hintergrund: Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Gefördert werden Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder diese Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen sollen den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland stoppen und langfristig in einen positiven Trend umkehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.

Naturkapital Deutschland - TEEB DE

Die internationale Studie „Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität“ (TEEB) wurde 2007 im Rahmen der deutschen G8-Präsidentschaft gemeinsam mit der EU-Kommission initiiert. Ziel war es, den wirtschaftlichen Nutzen der biologischen Vielfalt und die Kosten ihres Verlustes aufzuzeigen. Im Rahmen des nationalen Folgevorhabens „Naturkapital Deutschland - TEEB DE“ (2011-2017), gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des BMUB, werden Berichte zur ökonomischen Bedeutung der Naturleistungen in Deutschland veröffentlicht.

06.06.2015

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