Vorteile der wartungsfreien EPDM-Fuge
Die Pflasterbauweise ist ein etabliertes Verfahren zur Flächenbefestigung im GaLaBau. Planer schätzen die Gestaltungsvielfalt und die Möglichkeit, Pflasterflächen harmonisch in die Umgebung zu integrieren. Zudem sind sie bei fachgerechter Verlegung den üblichen Verkehrsbelastungen gewachsen und ermöglichen problemlose Aufgrabungen. Ein wiederkehrendes Problem sind jedoch Schäden an Pflasterflächen, die auf eine unsachgemäße Verlegung ohne den DIN-gemäßen Fugenabstand zurückzuführen sind.
Ist die Fuge nicht korrekt ausgebildet, kann das Fugenmaterial seine Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht erfüllen. Dies führt dazu, dass auftretende Lasten nicht auf die Nachbarsteine übertragen werden können, was Kantenabplatzungen und Verschiebungen der Steine zur Folge hat. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat der Betonpflastersteinhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim ein Pflastersystem entwickelt, das mit einem werkseitig fixierten Fugenfüllstoff aus EPDM ausgestattet ist. Dieses System soll systembedingt eine dauerhafte Fuge gewährleisten und somit Schäden vermeiden, die durch mangelhafte Fugenausprägung entstehen.
Wartungsfreie Fuge aus EPDM
Die Entwickler bei Pfenning haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob Sand oder Splitt die einzigen Optionen für Fugenmaterial sind und ob es Alternativen gibt, die die Verlegung vereinfachen und eine optimal ausgeprägte Fuge garantieren. Sie suchten nach einem Material, das den hohen Anforderungen an Temperaturen und dynamische Belastungen im Pflasterbau gerecht wird.
Als Lösung wurde EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) identifiziert, ein Synthesekautschuk, der bereits in Fassaden- und Automobilbauprofilen eingesetzt wird. Belastungstests zeigten, dass EPDM auch als Fugenmaterial im Pflasterbau geeignet ist.
Auf dieser Erkenntnis basierend, haben wir unser Betonsteinsystem COMBICONNECT entwickelt, bei dem die Steine mit einem werkseitig fixiertem, steinumfassendem EPDM Kastenprofil ausgestattet sind. EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag.
erklärt Hendrik Jäger, technischer Vertriebsingenieur und Verkaufsleiter bei Pfenning. Das System gewährleistet normgerechte Fugenbreiten von 4 mm gemäß DIN EN 1338. Im Gegensatz zu konventionellen Fugenfüllungen stabilisiert sich die Fuge sofort nach dem Einbau. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist unbedenklich. Das Material ist verschleißfest, frost- und tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad Celsius.
Eignung für Belastungsklasse BK 3,2
Diese Eigenschaften qualifizieren das Steinsystem für die Belastungsklasse BK 3,2. Hendrik Jäger betont, dass zwei wichtige Voraussetzungen für die Belastungsfähigkeit erfüllt sind: Die Fugen des COMBICONNECT-Systems bleiben dauerhaft gefüllt und die Steindicke beträgt 10 cm. Schäden durch ausgetragenes Fugenmaterial, beispielsweise durch Straßenreinigung oder Starkregenereignisse, sollen bei diesem System vermieden werden. Da der Aufwand für die Fugenfüllung entfällt, sollen sich auch die Verlegekosten und die Verlegefolgekosten reduzieren.
Ein weiterer Aspekt ist die ökologische Unbedenklichkeit und gute Recycelbarkeit des EPDM-Fugenmaterials.
Gestaltungsmöglichkeiten
Die COMBICONNECT Pflastersteine sind im Format 30 x 18 x 10 cm erhältlich. Dies ermöglicht verschiedene Verlegemuster wie Ellenbogen-, Läufer-, Diagonal- oder Reihenverband. Auch in Bezug auf die Farbgebung und Oberflächengestaltung bietet das System Spielraum. Es sind monochrome oder changierende Farben sowie glatte, texturierte und gestrahlte Oberflächen verfügbar. Erste Flächen mit dem COMBICONNECT-System wurden bereits verlegt.
