Umweltschutz und Entsorgung

Kloster-Steinmauer: Denkmalpflege und Naturschutz vereint

Eine über 300 Jahre alte Natursteinmauer im Klostergarten Nette wird saniert. Das Projekt verbindet Denkmalpflege mit Naturschutz und erhält den Lebensraum seltener Arten. Die DBU fördert das Vorhaben mit 62.475 Euro.

Ein vorbildliches Sanierungskonzept für die alte Mauer

Im Klostergarten Nette der Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens steht eine über 300 Jahre alte Natursteinmauer, deren Substanz stark gefährdet ist. Die Mauer ist von Efeu überwuchert, und die Wurzeln wild gewachsener Eiben und Fliederbüsche durchdringen ihre Hohlräume. Ziel ist es, die Denkmalpflege mit dem Naturschutz zu verbinden.

Die Sanierung der Mauer soll nun umgesetzt werden. Dabei soll der Lebensraum, den die Mauer entlang einer teilweise versiegten Gräfte seltenen Tier- und Pflanzenarten bietet, erhalten bleiben. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt dieses Vorhaben mit 62.475 Euro.

Lange schon wollen wir sie sanieren, jetzt wird der Plan endlich umgesetzt.

erklärte Schwester M. Karola Wamhof, Generalökonomin des Klosters Nette.

Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, überreichte das Bewilligungsschreiben im Klostergarten.

Der Sanierungsplan des Klosters ist ein vorbildliches Unterfangen, denn häufig kämpfen Denkmalpflege und Naturschutz gegeneinander.

Beides miteinander zu vereinen, bedeute erheblichen Mehraufwand. Im Vorfeld der Sanierung wurden bereits die vorkommenden Pflanzen- und Vogelarten genau analysiert. Saatgut und einzelne Exemplare wertvoller und schützenswerter Pflanzen müssen ausgelagert und aufbewahrt werden, um sie nach Abschluss der Sanierung wieder einzubringen.

Diese Herangehensweise wird als Beispiel für die Zusammenarbeit regionaler Partner genannt. Beteiligt sind der Botanische Garten der Universität Osnabrück und der Fachbereich Denkmalpflege der Stadt Osnabrück. Die Koordination und Durchführung der Sanierung übernimmt Architektin Monika Demann.

Die Mauer als wertvolles Biotop und Demonstrationsobjekt

Dr. Peter Borgmann vom Botanischen Garten der Universität Osnabrück hob die Bedeutung der Mauer hervor.

Die Steinmauer im Klostergarten ist nicht nur eine denkmalgeschützte und kulturell erhaltenswerte Mauer, sie ist durch ihr Mosaik kleinräumig wechselnder und vielfältiger Strukturen ein wertvolles Biotop für seltene Pflanzen, Vögel und Insekten.

An der Mauer wärmen sich Eidechsen, verschiedene Spinnenarten spannen ihre Netze in den Zwischenräumen, und Grabwespen nisten dort. Zudem wachsen schützenswerte Moose, Farne und Flechten an ihr.

Das alles lässt interessante Einblicke in das vielschichtige Gefüge der Mauerökologie zu, die dabei helfen können, vernetzte ökologische Zusammenhänge zu verstehen.

so Borgmann. Aufgrund ihrer gut erreichbaren Lage eignet sich die Mauer als Demonstrationsobjekt für die Umweltbildung. Das Kloster kann als Bildungs- und Begegnungsstätte bereits während des Katholikentages im Mai in Osnabrück eine Vorbildrolle einnehmen und zeigen, dass Natur- und Denkmalschutz zusammengehören.

17.04.2008

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt

An der Bornau 2
49090Osnabrück
Deutschland

Tel.:0541 9633-0
Fax:0541 9633-190

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