Nordmanntannen-Anzucht: Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit

Pflanzen und Pflanzenteile

Die Nordmanntanne ist Deutschlands beliebtester Weihnachtsbaum. Experten informieren über die Produktionsprozesse, von der Saatgutgewinnung bis zur nachhaltigen Anzucht. Qualität und Umweltaspekte stehen dabei im Fokus.

Die Bedeutung des Saatguts für die Weihnachtsbaumqualität

Die Qualität des Weihnachtsbaumes beginnt bei der Herkunft des Saatguts. Henning Pein hat in Zusammenarbeit mit Forschung und Praxis genetisch kontrolliertes Saatgut von Nordmanntannen aus den Herkunftsgebieten im Kaukasus gewonnen.

Die Gene machen den Unterschied und entscheiden bei optimaler Kulturführung, ob die Ausbeuten bei 80 Prozent oder nur zwischen 40 und 60% liegen. Die Saat definiert die Eigenschaften der Pflanzen wie Größe und Wuchs.

Für die Branche ist dies ein Erfolg, da wirtschaftlich messbare Ergebnisse andere Baumschulen zur Nachahmung motivieren. Der Anbau von Weihnachtsbaumjungpflanzen hat für viele Forstbaumschulen in Schleswig-Holstein wieder an Bedeutung gewonnen.

Das ist ein Erfolg für die ganze Branche, denn wird der Erfolg auch wirtschaftlich messbar, ziehen viele Baumschulen nach. So hat der Anbau von Weihnachtsbaumjungpflanzen in den letzten zehn Jahren für viele Forstbaumschulen im Anbaugebiet Schleswig-Holstein wieder eine höhere Bedeutung. Baumschuler wie Henning Pein sind federführend daran beteiligt und tragen damit zum Erfolg eines ganzen Anbaugebietes bei.

Um Saatgut ernten zu können, müssen Lizenzen vom georgischen Staat ersteigert werden, aktuell für zehn Jahre. Fast 40 Prozent der aus Deutschland stammenden Weihnachtsbäume gehen auf Samen von Pein aus Georgien zurück.

Produktion und Markt der Nordmanntanne

Henning Pein produziert jährlich über zwei Millionen Jungpflanzen. Diese werden als drei- oder vierjährige Pflanzen an Weihnachtsbaumproduzenten verkauft.

Mehr als ein Drittel unserer Mitglieder hat in Anzucht, Produktion, Handel oder ähnlicher Weise mit Weihnachtsbäumen zu tun. Somit ist der Weihnachtsbaum von Qualität Bestandteil des Marketing-Mix der Familienbetriebe im VDF e.V.

Im Raum Pinneberg konzentriert sich der Anbau von Forstgehölzen. 69 Forstbaumschulen bewirtschaften dort 694 Hektar. Landesweit sind es 80 Forstbaumschulen mit einer Fläche von 753 Hektar. Aktuell werden rund 17 Millionen Jungpflanzen in Schleswig-Holstein für Weihnachtsbaumproduzenten in Deutschland und Europa bereitgestellt, meist für land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Dies deckt bereits fast 80 Prozent des inländischen Bedarfs an Jungpflanzen ab. Rund 30 Prozent der Nordmanntannen werden aus Dänemark importiert.

Umweltaspekte und Herkunftssiegel für Weihnachtsbäume

Pein hob die positiven Umweltaspekte der nachhaltigen Weihnachtsbaumproduktion hervor. Auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen wird durch den konzentrierten Anbau von Biomasse eine hohe Menge an Kohlendioxid und Feinstäuben gebunden. Wissenschaftliche Berechnungen zeigen, dass bei optimalem Anbau auf einer Fläche von 25.000 Hektar bis zu 357.000 Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre gebunden werden können.

Das norddeutsche Herkunftssiegel „Der Norddeutsche“ informiert Verbraucher über die Attribute der hiesig angebotenen Weihnachtsbäume. Dieses regionale Qualitätssiegel wird von 220 Weihnachtsbaumproduzenten aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen vermarktet und steht für regionale Nähe, kurze Transportwege, Frische sowie umweltverträgliche Kultur- und Pflegemaßnahmen.

Auch die Entsorgung der Bäume nach dem Fest trägt zu einem positiven Kreislauf bei. Vielerorts werden die Bäume geschreddert und als Mulchmaterial oder Energieträger verwendet.

Merkmale der Nordmanntanne im Überblick

Die Nordmanntanne, botanisch Abies nordmanniana, hat sich in den letzten sieben Jahren zum Trendbaum in Deutschland entwickelt. Eine mannshohe Nordmanntanne benötigt zehn bis zwölf Jahre bis zur Erntereife. Ihr Herkunftsgebiet ist der Kaukasus, wo sie 1836 vom finnischen Botaniker Nordmann entdeckt und benannt wurde. Charakteristisch sind ihre weichen, glänzend-tiefgrünen, nicht stechenden Nadeln sowie eine gleichmäßige Wuchsform mit extremer Nadelfestigkeit.

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