Nachhaltige Entwässerung und Gewässerschutz
Auf dem Firmengelände der Maschinenbau Scholz GmbH & Co. KG in Coesfeld wurde im Zuge des Baus eines neuen Verwaltungsgebäudes und weiterer Fertigungsstätten eine 5000 Quadratmeter große Stellplatzanlage realisiert. Für diese Fläche kam das Pflastersystem geoSTON protect von Klostermann zum Einsatz, ein Belag, der auf ökologische Wirksamkeit und Gewässerschutz ausgelegt ist.
Das System stellt eine umweltgerechte Pflasterbauart dar, die über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) verfügt. Das Prinzip basiert auf der Versickerung von Niederschlagswasser durch haufwerksporige Pflastersteine, Fugen und Bettung in tiefere Bodenschichten. Dabei fungiert die Pflasterdecke als Filter, der Feinstpartikel und Schadstoffe aus dem Fahrzeugverkehr und der Luftverschmutzung zurückhält. Dazu gehören Mineralölkohlenwasserstoffe sowie Schwermetalle wie Blei und Cadmium. Die Pflasterbeläge sind zudem regenerierbar, was durch das geocleaning-Verfahren, ein Spül-Saug-Verfahren zur tiefporigen Reinigung der Oberflächen mit Wasser, gewährleistet wird.
Besonderer Aufbau und Vorteile
Der Flächenbelag zur Behandlung und Versickerung von Niederschlagsabflüssen von Verkehrsflächen erfordert einen spezifischen Aufbau. Dieser umfasst Pflastersteine der Produktreihe geoSTON protect mit einem feinporigen Micro-Vorsatz als Filterschicht sowie Fugen- und Bettungsmaterial, das den Vorgaben der Bauartzulassung entspricht. Die spezielle Betonrezeptur der Steine und die Eigenschaften der Pflasterdecke sind das Ergebnis langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Die hydrogeologische Beratung für dieses Projekt erfolgte durch Wasserwirtschaftler und Fachingenieure der Hydrocon GmbH aus Münster.
Der Flächenbelag ist mit einer umweltfreundlichen Wärme- und Kühltechnik gekoppelt. Erdwärme-Kollektoren, die etwa 1,30 Meter unter dem Pflasterbelag liegen, und Kompressions-Wärmepumpen versorgen den Neubau in Kombination mit einer Betonkernaktivierung von Fertigteilmodulen autark mit Energie. Die Hochbau- und Freiraumplanung wurde von Architekt Andreas Bodem aus Coesfeld verantwortet.
Die Anwendung dieses Systems führt zu Einsparungen bei den Heiz- und Kühlkosten. Zudem entfiel für die Stellplatzanlage der Anschluss an das Entwässerungssystem, und die Fläche wurde von Niederschlagswassergebühren befreit. Die Pflasterbauart verbessert den Schutz von Grundwasser und Fließgewässern und trägt zu den bekannten Vorteilen wasserdurchlässiger Pflasterbeläge für den urbanen Wasserkreislauf bei. Diese Eigenschaften, verbunden mit der Bauartzulassung, ermöglichen die Realisierung umweltgerechter Verkehrsflächen, auch für Objekte, die zuvor aus Gründen des Gewässerschutzes ausgeschlossen waren.
