Bioökonomie im Dialog: Chancen und Grenzen für Natur und Umwelt

Naturschutz

Das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz haben einen Online-Bürgerdialog zur Bioökonomie gestartet. Bürger können sich bis zum 28. Februar 2021 informieren und mitdiskutieren. Die Ergebnisse fließen in die Bioökonomiestrategie der Bundesregierung ein.

Bürgerdialog zur Bioökonomie: Konzepte und Auswirkungen

Die Bioökonomie, die auf der Nutzung biologischer statt fossiler und chemischer Rohstoffe basiert, gewinnt in der politischen Diskussion an Bedeutung. Um die Öffentlichkeit über die Konzepte und deren Auswirkungen aufzuklären, haben das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) einen Online-Bürgerdialog initiiert.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich noch bis zum 28. Februar 2021 online informieren, mitdiskutieren und ihre Standpunkte einbringen. Die Ergebnisse dieses Dialogs werden anschließend vom BfN veröffentlicht und dem Bioökonomierat der Bundesregierung zur Verfügung gestellt.

Mit der Nationalen Bioökonomiestrategie hat die Bundesregierung festgelegt, dass der Ausbau der Bioökonomie innerhalb der planetaren Grenzen erfolgen muss. Deshalb müssen wir darüber sprechen, wie wir konsumieren und wofür wir unsere knappen natürlichen Ressourcen einsetzen wollen. Mit dem Online-Dialog tragen wir die Diskussion um eine lebenswerte Zukunft in weite Kreise der Gesellschaft. Er bietet die Möglichkeit darüber zu diskutieren, was wir unter Bioökonomie verstehen und wie wir zukünftig unser Verhältnis zur Natur durch unsere Wirtschafts- und Lebensweise gestalten wollen.

erläutert Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Zielsetzung.

Wir sind schon jetzt von bioökonomischen Produkten umgeben wie unseren Möbeln aus Holz oder dem Biosprit an der Tankstelle. In immer mehr Bereichen sollen mithilfe der Bioökonomie fossile und chemische Rohstoffe durch nachwachsende ersetzt werden. Dies muss aber mit Augenmaß geschehen, denn die Fläche, auf der wir Lebens- und Futtermittel, Energie und Holz produzieren, ist begrenzt. Die Bioökonomie kann Konflikte weiter verschärfen, wenn sie nicht klug geplant und gesteuert wird. Die Möglichkeiten und Grenzen der Bioökonomie müssen im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern ausgehandelt werden – deshalb rufen wir jede und jeden auf, sich jetzt aktiv einzubringen.

betont Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.

Grundlagen des Dialogs

Bereits im September und Oktober 2020 führten BfN und BMU Workshops und Online-Veranstaltungen mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern sowie jungen Menschen durch. Ziel war es, die Grundlagen der Bioökonomie zu vermitteln, Umsetzungswege zu diskutieren und Klärungsbedarfe aus Bürgersicht zu identifizieren.

Die dabei entstandenen Thesen, Forderungen und Vorschläge wurden von Bürger-Redakteurinnen und -redakteuren zusammengefasst. Diese gebündelten Ergebnisse bilden die Grundlage für den aktuellen Online-Dialog und können online eingesehen und kommentiert werden.

Hintergrund der Bioökonomiestrategie

Die Anfang 2020 vorgelegte Bioökonomiestrategie der Bundesregierung definiert die Vorstellungen und Förderziele für eine Wirtschaft, die auf biologischen Rohstoffen basiert. Eine zentrale Bedingung für den Ausbau der Bioökonomie ist dabei die Einhaltung der planetaren Grenzen bei der Biomasseproduktion.

Bislang gibt es nur wenige nationale Umsetzungsvorschläge zur Einhaltung dieser Grenzen. Daher wird eine Regulierung der Bioökonomie als notwendig erachtet, die sowohl das Vorsorge- als auch das Verursacherprinzip im Natur- und Umweltschutz durchsetzt.

Der Online-Bürgerdialog leistet im Rahmen des Wissenschaftsjahres der Bioökonomie 2020/21 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung einen Beitrag zur ausgewogenen Diskussion der Bioökonomie, insbesondere im Hinblick auf den Biodiversitätsschutz und ökologische Nachhaltigkeitsaspekte.

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