Aus- und Weiterbildung

Parlamentarischer Abend: Arbeitsmarkt für Agrar-Absolventen und Herausforderungen im Gartenbau

Der 13. Parlamentarische Abend des VDL und BHGL beleuchtete die positiven Aussichten für Agrar-Absolventen und die kritische Lage der Gartenbau-Hochschulen. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten die Zukunft der Grünen Branche und die Bedeutung der Gartenbauwissenschaften.

Positive Aussichten für Agrar-Absolventen

Markus W. Ebel-Waldmann, Präsident des VDL, beleuchtete in seiner Eröffnungsrede die Situation auf dem Arbeitsmarkt der Grünen Branche. Er bezeichnete die Aussichten für Hochschulabsolventen als positiv und verwies auf eine aktuelle VDL-Studie zum Studienverlauf und Berufsfeld von Agrarabsolventen. Demnach können viele Unternehmen und die öffentliche Verwaltung ihren Personalbedarf seit einigen Jahren nur mit erheblichem Aufwand decken. Dieser Trend wird sich laut Ebel-Waldmann aufgrund des demografischen Wandels verstärken.

Er prognostizierte, dass Agrar-Absolventen mittelfristig ein angemessenes Angebot an Fach- und Führungspositionen zur Verfügung stehen wird. Der VDL-Präsident betonte die Notwendigkeit, die Attraktivität und die Vorteile eines „grünen“ Studiums stärker hervorzuheben und an Gymnasien dafür zu werben. Zudem kündigte er den Start der VDL-Akademie ab 2019 an, die in Kooperation mit der Andreas-Hermes-Akademie (AHA) ein bundesweites Angebot an Seminaren, Trainings und Coachings bereitstellen wird, um das lebenslange Lernen zu fördern.

Gartenbauwissenschaften als Antwort auf Zukunftsfragen

Marc-Guido Megies, Präsident des BHGL, wies auf die kritische Lage an den deutschen Gartenbau-Hochschulen hin, welche die universitäre Ausbildung gefährde. Er unterstrich die Bedeutung der Gartenbauwissenschaften für die Lösung zukünftiger Herausforderungen.

Unterstützen Sie bitte politisch mit Nachdruck im Dialog mit den Regierungen der Länder und den dort angesiedelten Universitäten und Hochschulen die Ausschreibung von Professorenstellen für die Gartenbauwissenschaften.

Megies erinnerte an das im Vorjahr veröffentlichte „Weißbuch Stadtgrün“ und betonte die Wichtigkeit der Umsetzung seiner Handlungsempfehlungen. Das Förderprogramm Stadtgrün sei ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch dürften Ausgleichsmaßnahmen nicht zulasten landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Flächen erfolgen. Er hob hervor, dass die Landschaftsarchitektur mit ganzheitlichem Denken die Expertise für die Planung solcher Maßnahmen biete. Baumschulen sowie Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbetriebe produzierten die notwendigen Pflanzen, darunter auch bienen- und insektenfreundliche Arten. Der Garten- und Landschaftsbau besitze die Fachexpertise für die Umsetzung der Maßnahmen.

Das Bewusstsein für den ressourcenschonenden Einsatz des Bodens, den sorgfältigen Umgang mit Pflanzen, für gesunde Ernährung und ein besseres Klima muss in den Städten und Kommunen sowie in der gesamten Bevölkerung gestärkt werden.

Berufsverbände als wichtige Schnittstelle

Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Agrar- und Gartenbauwissenschaften hervor. Er betonte die Notwendigkeit, ein Landwirtschafts- und Ernährungsbewusstsein auf einer wissensbasierten Grundlage aufzubauen und sah in der Digitalisierung einen Schlüssel für die Entwicklung der Agrarwirtschaft. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstütze Forschung und Innovation mit rund 825 Millionen Euro.

Der Gartenbau sei eine wichtige Säule, deren Ausbildung in der deutschen Hochschullandschaft verankert sein sollte. Berufsverbände spielten dabei eine besondere Rolle als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Politik.

22.10.2018

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