Globale Verbreitung und gesundheitliche Bedenken von PFT
Aus Sicht des UBA ist die weltweite Verbreitung von PFT in Flüssen und Weltmeeren problematisch. Nachweise finden sich auch im Lebergewebe grönländischer Eisbären, in Robben, Nerzen, Füchsen, Eisvögeln und Fischen aus der kanadischen Arktis. Besonders besorgniserregend sind die globalen Nachweise von Perfluorcarbonsäure (PFOA) und Perfluorsulfonsäure (PFOS) im menschlichen Blut. Der Körper scheidet diese Verbindungen nur langsam aus. Tierversuche zeigten fortpflanzungsgefährdende Wirkungen und eine Förderung des Tumorwachstums.
Eine Quelle für die Verbreitung im Sauerland war die unwissentliche Entsorgung von Chemieabfällen durch Landwirte. Diese setzten ein Gemisch aus organischen Abfällen zur „Düngung“ von Weihnachtsbaumkulturen ein. Das Abfallgemisch wurde illegal an Landwirte in ganz Deutschland abgegeben, wodurch weitere landwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen sein könnten. Weitere Quellen für PFT sind Produktionsverfahren und Rückstände in Produkten. Auch Vorläuferverbindungen spielen eine Rolle bei der Umweltverbreitung, da sie bei der Produktion freigesetzt oder als Rückstände in Beschichtungen in die Umwelt gelangen können.
Maßnahmen und Ausblick zur PFT-Reduktion
Die häufigen Nachweise von PFT in der Umwelt, insbesondere im Trinkwasser, führen zu berechtigten Sorgen in der Öffentlichkeit. Die Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hat daher in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt einen Maßnahmenwert, ein Mindestqualitätsziel für die lebenslange gesundheitliche Vorsorge sowie einen Trinkwasserleitwert vorgeschlagen. Diese Werte wurden bisher nur vereinzelt überschritten.
Eine Entwarnung ist erst dann möglich, wenn die Konzentrationen in der Umwelt und im menschlichen Blut nachweislich und dauerhaft zurückgehen. Daher ist eine weiterhin aufmerksame Beobachtung der perfluorierten Verbindungen erforderlich. Dies beinhaltet auch die Prüfung der Notwendigkeit unbestritten nützlicher Anwendungen.
