Ein Leben für die Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege
Der Landschaftsarchitekt und öffentlich bestellte sowie vereidigte Sachverständige Peter Jordan beging am 9. Januar 2016 seinen 80. Geburtstag. Bereits früh kam er durch familiäre Verbindungen, insbesondere durch Oswald Langerhans, mit dem Berufsfeld der Landschaftsarchitektur in Kontakt. Nach dem Abitur am Internat Solling in Holzminden absolvierte Jordan ein Studium der Landschaftsarchitektur in München/Freising. Dort wurde er von Ursula Gräfin zu Dohna und Christian Bauer unterrichtet, was sein Verständnis für historische Gartenanlagen prägte.
Nach seinem Diplom kehrte Peter Jordan nach Hannover zurück, um als freier Landschaftsarchitekt tätig zu werden. Mitte der 1960er Jahre wechselte er in den bayerischen Staatsdienst. Unter Staatsgartendirektor Christian Bauer, der 1961 mit der Entwicklung des Parkpflegewerks Standards setzte, sammelte Jordan wichtige Erfahrungen. Er arbeitete zunächst in Nymphenburg und später als stellvertretender Amtsleiter in Linderhof.
Die Straßenplanungen im Park Schönbusch, der ihm als Amtsleiter in Aschaffenburg unterstand, führten dazu, dass er sich verstärkt für gefährdete Gartendenkmale einsetzte. 1975 entschied er sich, wieder als freier Landschaftsarchitekt zu arbeiten, wobei er Aschaffenburg als seinen Lebensmittelpunkt beibehielt. In seiner Laufbahn verantwortete er 30 Parkpflegewerke und begleitete zahlreiche Gartendenkmäler bauplanerisch. Sein gartendenkmalfachliches Wissen brachte er in über 80 Teilgutachten ein.
In Bayern ließ er sich von der IHK als Sachverständiger öffentlich bestellen und vereidigen. Er erstellt private Gutachten und ist als Gerichtssachverständiger in den Fachbereichen Garten- und Landschaftsbau, Wertermittlung für Freianlagen, Baumpflege, Verkehrssicherheit von Bäumen und Baumwertermittlung tätig.
Peter Jordan setzte sich über Jahre hinweg für die Anerkennung des Zusatzgebiets der Gartendenkmalpflege in der öffentlichen Bestellung ein, welches 2012 offiziell eingeführt wurde. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich. Er wurde früh in den Arbeitskreis historische Gärten aufgenommen und vertrat dort die freien Landschaftsarchitekten. Als Monitoringbeauftragter übernahm er die Wortführerschaft für gefährdete Gartendenkmale. Für über 40 Gartendenkmale verfasste er ehrenamtlich Stellungnahmen, die sich durch eine klare und deutliche Sprache auszeichneten. Diese Arbeit erstreckte sich teilweise über mehrere Jahre oder Jahrzehnte.
Er ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Sachverständige, Gartenbau - Landschaftsbau - Sportplatzbau e.V. (AGS). Dort ist er im Vorstand als Sprecher der Gartendenkmalpflege aktiv und nimmt zudem die Aufgabe des Schatzmeisters wahr. Seit 2010 ist er Ehrenmitglied der AGS. Im Jahr 2009 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten und seinen Einsatz.
Sein gartendenkmalpflegerisches Wissen sowie seine Erfahrungen im Garten- und Landschaftsbau, der Wertermittlung und der Baumpflege veröffentlichte er in zahlreichen Publikationen.
