Beetpflanzen und Gehölze, Die Grüne Stadt

Bäume pflanzen: Die Bedeutung der Herbstpflanzung und fachgerechte Umsetzung

Der Herbst ist die optimale Zeit für Baumpflanzungen. Ab Ende Oktober, wenn die Vegetationsperiode abgeschlossen ist, bieten sich ideale Bedingungen. Eine erfolgreiche Pflanzung erfordert die Zusammenarbeit von Baumschulen, GaLaBau-Betrieben und Kommunen.

Vorteile der Herbstpflanzung und optimale Bedingungen

Bäume prägen das Erscheinungsbild von Städten, Parks und Gärten. Sie symbolisieren Schutz und Beständigkeit. Für eine erfolgreiche Pflanzung ist der Herbst die optimale Zeit. Ab Ende Oktober, wenn die Vegetationsperiode abgeschlossen ist und die Bäume in die Winterruhe übergehen, bieten sich aus pflanzenphysiologischen und arbeitsorganisatorischen Gründen ideale Bedingungen. Dabei sind aktuelle Wetterbedingungen und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen. Eine Pflanzung ist bis weit in den Winter möglich, solange der Boden nicht gefroren ist.

Ein Vorteil der Herbstpflanzung ist die größere Auswahl an Pflanzen. Bei Bäumen, Sträuchern und Hecken können wurzelnackte Pflanzen gewählt werden, die über den Winter einwurzeln und im Frühjahr mit einem Entwicklungsvorsprung starten. Die Nachsorge, insbesondere das Wässern, ist im Herbst einfacher. Ein kräftiges Angießen zum Einschlämmen der Wurzeln ist meist ausreichend, da die herbstliche Grundfeuchte das Wurzelwachstum unterstützt. Grundsätzlich gilt: Je früher Bäume vor dem Frühjahrsaustrieb gepflanzt werden, desto besser wachsen sie an.

Zusammenarbeit und Qualitätsstandards im GaLaBau

Eine erfolgreiche Baumpflanzung erfordert die gute Zusammenarbeit zwischen Baumschulen, Garten- und Landschaftsbaubetrieben sowie Kommunen. Vier Faktoren sind entscheidend für den Erfolg:

  1. Die Auswahl der passenden Baumart sowie Größe und Erziehungsform.
  2. Die sach- und fachgerechte Pflanzung mit ausreichend Wurzelraum.
  3. Die sach- und fachgerechte Fertigstellungs- und Entwicklungspflege.
  4. Die laufende Baumkontrolle und -versorgung am Standort.

Die FLL-„Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen“ bilden die Grundlage für die Anzucht und Klassifizierung von Gehölzen und dienen als Orientierung für Ausschreibungstexte und Lieferpapiere. Die FLL-Richtlinie „Empfehlungen für Baumpflanzungen“ enthält Hinweise zur Pflanzung und Fertigstellungspflege, deren Einhaltung die Rechtssicherheit im GaLaBau gewährleistet.

Fachgerechte Pflanzung und Standortvorbereitung

Auf der Baustelle ist ein fachgerechter Umgang mit den Pflanzen unerlässlich. Wurzelnackte Gehölze bedürfen besonderer Sorgfalt; ihre Wurzeln müssen gegebenenfalls abgedeckt und vor der Pflanzung angeschnitten werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Wurzelraum, insbesondere in städtischen Gebieten, wo Böden oft verdichtet sind oder Pflanzstellen von Leitungen durchquert werden.

Die Pflanzgrube sollte in der Breite mindestens das Anderthalbfache, besser das Zweifache des Ballens betragen. Seitenwände und Grund der Pflanzgrube sollten aufgelockert werden, um das Einwurzeln über die Grube hinaus zu ermöglichen. Für mittel- bis starkwachsende Baumarten ist ein Wurzelraum von mindestens 16 Quadratmetern Grundfläche anzustreben. Je nach Bodenqualität kann der Einsatz eines speziellen Baumsubstrats sinnvoll sein. Eine sichere Fixierung des Baumes ist für die Anwachsphase wichtig. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen wie Wintersonne und Frost empfiehlt sich für die ersten Jahre ein Stammschutz durch weißen Anstrich oder eine Manschette.

Der Bund deutscher Baumschulen e.V. (BdB) bietet die Broschürenreihe „Erkennen Sie Qualität“ an, die praktische Anregungen für den GaLaBau und Kommunen liefert. In Zusammenarbeit mit der Stiftung DIE GRÜNE STADT wurde 2014 die Broschüre „Bäume in der Stadt – Wertvolle Gestalten im öffentlichen Grün“ veröffentlicht, die grundlegende Aspekte der Planung, Pflanzung und Pflege von Stadtbäumen zusammenfasst.

Bäume im Klimawandel: Auswahl und Anpassung

Die Auswirkungen des Klimawandels, wie längere Trockenperioden, extreme Hitze und Starkregen, stellen auch Pflanzen, insbesondere in Städten, vor Herausforderungen. Kommunen sind aufgefordert, Maßnahmen zur Anpassung umzusetzen. Baumpflanzungen in Städten werden als wirksames Instrument der Stadtklimatologie empfohlen.

Die Baumschulbranche beteiligt sich seit über zehn Jahren an wissenschaftlichen Untersuchungen zur Selektion stadtklimarobuster Bäume. Gesucht werden Gehölze mit hoher Trockentoleranz und Winterhärte. Die Ergebnisse der Untersuchung „Gehölze im Klimawandel“ von Professor Dr. Andreas Roloff, die 2010 in Kooperation mit dem BdB durchgeführt wurde, sind als Sonderdruck des BdB unter dem Titel „KlimaArtenMatrix (KLAM)“ verfügbar.

07.09.2015

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