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Pflastersteine fördern Ortsbelebung

06.09.2023

Um Menschen dazu zu bewegen, in einer Gemeinde zu bleiben oder sich dort anzusiedeln, spielt das Miteinander vor Ort eine wichtige Rolle. Von der Kleinkinderbetreuung über behindertengerechte Gemeindeeinrichtungen bis zu Modellen zur Stärkung des ländlichen Raums, die das Leben lebenswert machen und Menschen in Kontakt treten lassen - gerade hier sind Gemeinden und Städte Impulsgeber und unverzichtbar für ein lebensfreundliches und lebendiges Gemeinwesen.

Um die Ortsbelebung zu fördern, lobt der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz regelmäßig den Wettbewerb „Kommune schafft Zukunft“ aus. In diesem Wettbewerb hat die Ortsgemeinde Jugenheim aus Rheinhessen mit dem Projekt der „Wohnhöfe Jugenheim“ den ersten Preis gewonnen. Das bei der Befestigung der Außenanlagen verwendete Pflastersystem leistete dabei einen wichtigen Beitrag.

Zwischen Rebenhügeln und einem kleinen Wald liegt in einem Seitental der Selz das Weindorf Jugenheim. Die Ortsgemeinde mit rund 1.700 Einwohnern gehört zur Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Durch die Nähe und gute Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet sowie ein vielfältiges Vereins-, Kultur- und Gastronomieangebot besitzt Jugenheim einen hohen Stellenwert als Wohnort.

Generationenübergreifendes Wohnquartier im Ortskern

Auf der ehemaligen Lagerfläche zwischen Bahnhof und Lokschuppen entstand in den vergangenen Jahren das generationsübergreifende Wohnquartier „Wohnhöfe Jugenheim“. Acht zweigeschossige Häuser mit flexiblen Grundrissen und teilbaren, barrierefreien Wohneinheiten fügen sich in die dörfliche Struktur ein. Rund 30 Wohneinheiten bieten Platz für Familien, mobilitätseingeschränkte Menschen, Paare und Einzelpersonen jeden Alters.

Dipl.-Ing. Johannes Klein vom Büro „JK Architektur“ aus Ingelheim beschreibt das Projekt: „Das Jugenheimer Wohnprojekt ‚Füreinander und Miteinander‘ hat den Anspruch, generationenübergreifendes Wohnen als zukunftsweisendes Instrument zur Entwicklung im ländlichen Raum zu etablieren. Statt eines Neubaugebiets auf der grünen Wiese entstanden im Ortskern neue Wohnhäuser, die sich harmonisch in den Altbestand einfügen und dem Prinzip der Gemeinschaft verpflichtet sind.“

Gemeinschaftsflächen mit Aufenthaltsqualität

In den Wohnhöfen bilden jeweils vier Wohneinheiten ein Ensemble mit einem gemeinsamen Hof. Diese Höfe bieten Gemeinschaftsflächen im Außenbereich mit Aufenthaltscharakter. Zwischen den beiden Wohnhöfen entstand ein zentraler Gemeinschaftsplatz mit Gemeinschaftshaus, der als Treffpunkt für die Bewohner dient. Die Fläche befindet sich im Eigentum der Gemeinde und schafft eine soziale Anknüpfung an die Dorfgemeinschaft.

Moderne, nachhaltige Energie- und Mobilitätskonzepte wie ein eigenes Blockheizkraftwerk, Car-Sharing-Angebote und Glasfaseranschluss bilden den Rahmen für dieses „Dorf im Dorf“.

Dörfliche Gestaltung der Außenflächen

Einen zentralen Bestandteil des Gestaltungskonzeptes bildete die Befestigung der rund 2.000 m² großen Hof-, Weg- und Straßenflächen. Johannes Klein erläutert: „Das Projekt stand unter dem Motto, dörfliche Räume zu schaffen. Deshalb wollten wir ein Betonpflaster einsetzen, das diesen Charakter unterstreicht. Da Rheinhessen ein Kalksteingebiet ist, fiel die Wahl auf ein Pflastersystem in Muschelkalkoptik.“

Zum Einsatz kam das Burgenpflaster des Betonwerks Herrmann Meudt. Durch willkürlich gebrochene Kanten kommt es dem Kalk-Naturstein besonders nahe. Die warmen Ocker- und Anthrazittöne harmonieren mit den gelben Fassaden der Gebäude.

Hohe Belastbarkeit durch integriertes Verschiebe-Schutz-System

Neben der Optik war die Belastungsfähigkeit des Pflasters entscheidend. Das im Format 15 × 22,5 cm und in einer Stärke von 10 cm verlegte Pflastersystem verfügt über verdeckte Abstandhalter mit integriertem Verschiebe-Schutz-System (VSS). Die kombigeometrische Nockenausbildung gewährleistet eine optimale Fugenverfüllung und minimiert Kontaktflächen zwischen den Steinen.

Schub- und Verkehrskräfte werden über das Fugenmaterial gleichmäßig übertragen, wodurch Schäden durch unzureichende Fugenausprägung vermieden werden sollen. Zusätzlich trägt die Verlegung im Ellenbogenverband zur Stabilität bei. „Damit erfüllen die Flächen sowohl optisch als auch funktional alle Anforderungen“, so Johannes Klein.

Seit Anfang 2023 sind die Wohnhöfe Jugenheim bewohnt. Ob das Projekt langfristig Modellcharakter für andere Ortschaften entwickelt, wird sich zeigen. Der hohe Aufenthaltswert der gemeinschaftlichen Außenflächen schafft dafür bereits gute Voraussetzungen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Hermann Meudt Betonsteinwerk GmbH

Frankfurter Straße 38
56414Wallmerod
Deutschland

Tel.:+49 (0)6435/5092-0
Fax:+49 (0)6435/5092-25

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