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Pilze: Natürliche Abwehrkräfte gegen Mikroben

Speisepilze wie Champignon und Austernpilz sind nicht nur kulinarisch vielseitig, sondern auch reich an Substanzen, die eine schützende Wirkung gegen Bakterien und schädliche Pilze entfalten können. Diese natürlichen Abwehrmechanismen sind essenziell für die Pilze selbst.

Forschungsschwerpunkte bei Shiitake und Austernpilz

Besonders intensiv erforscht wurde der Shiitakepilz. Extrakte dieses Pilzes zeigen Wirkung gegen Actinomyces-Bakterien, die Entzündungen im Nasen-Rachenraum sowie im Blasen- und Genitalbereich verursachen können. Auch Porphyromonas-Keime, insbesondere Porphyromonas gingivalis, das schwere Zahnfleischentzündungen auslösen und im Verdacht steht, an Herzkranzgefäß-Erkrankungen beteiligt zu sein, werden von Shiitake-Extrakten angegriffen.

Eine im Pilz enthaltene Oxalsäure wird als möglicher Verursacher des antimikrobiellen Effekts vermutet. Diese Säure hemmt auch die Vermehrung von Bakterien wie Staphylococcus aureus. Eine pilzreiche Ernährung kann dazu beitragen, die Ausbreitung dieser Bakterien im Körper zu reduzieren, bevor sie bei nachlassender Immunabwehr zu Furunkeln, Muskelerkrankungen, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen führen können.

Auch die antimikrobiellen Eigenschaften von Austernpilzen wurden untersucht. Extrakte und bioaktive Verbindungen aus Austernpilzen zeigen eine bemerkenswerte Wirkung gegen Coli-Bakterien und sogar gegen Salmonellen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Inhaltsstoffe der Pilze primär der Vorbeugung dienen und die Vermehrung von Salmonellen hemmen, wodurch der Körper diese besser kontrollieren kann.

Pilzabwehr und Immunstärkung

Neben schädlichen Bakterien wehren Pilze auch krankmachende Pilze wie Hefen und Schimmelpilze ab. Im Austernpilz (Pleurotus ostreatus) ist das Peptid Pleurostrin für diese Wirkung verantwortlich, das die Vermehrung von Schadpilzen effizient hemmt. Ein ähnliches Peptid, Eryngin, findet sich im Kräuterseitling (Pleurotus eryngii).

Während wilde Pilze in dieser Hinsicht weniger erforscht sind, ist bekannt, dass Steinpilze und Pfifferlinge ebenfalls antimikrobielle Wirkstoffe besitzen. Es wird angenommen, dass auch andere Speisepilze über solche schützenden Abwehrstoffe verfügen, die der Mensch nutzen kann.

Neben den direkt wachstumshemmenden Inhaltsstoffen stärken andere Substanzen, wie das Polysaccharid Pleuran aus dem Austernpilz, die menschlichen Abwehrkräfte. Der Körper kann dann besser mit Eindringlingen fertig werden, die von den Oxalsäuren und Peptiden der Pilze nicht direkt erreicht wurden. Polysaccharide wie Pleuran besitzen zudem eine immunmodulierende Wirkung, indem sie zu schwache Immunreaktionen stärken und überschießende Reaktionen bremsen. Dies kann auch für Menschen mit Autoimmunerkrankungen von Vorteil sein.

05.11.2023

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