Gemeinsame Anliegen der Grünen Branche
Die Anpassung von Städten an den Klimawandel stellt eine langfristige Herausforderung dar. Eine dauerhafte und verlässliche Unterstützung von Bund und Kommunen beim Ausbau von Stadtgrün wird als notwendig erachtet. Im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks haben der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL), der Bund deutscher Baumschulen e. V. (BdB), der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) und der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) ihre gemeinsamen Anliegen gegenüber Abgeordneten des Deutschen Bundestages dargelegt.
Die Verbände forderten zudem die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für die Produktion von Gehölzen und Pflanzen. Der angekündigte Bürokratieabbau müsse konsequent umgesetzt werden. Darüber hinaus soll die laufende Novellierung des Baugesetzbuches (BauGB) den klimagerechten Städtebau stärken.
Forderungen der Branchenvertreter im Detail
Grün muss eine zentrale Rolle im Rahmen der Umsetzung der Infrastrukturpakete spielen. Die nötige Verankerung der Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz schafft darüber hinaus eine verlässliche Grundlage für die Kommunen.
Dies betonte BGL-Präsident Thomas Banzhaf. Er kritisierte zudem die Lkw-Maut und forderte die Umsetzung des Versprechens, den Werkverkehr des GaLaBaus davon zu befreien.
Pflanzen sind zentral für lebenswerte, klimaresiliente Städte – ihr Potenzial entfaltet sich jedoch nur durch richtigen Einsatz der passenden Sorten. Dafür sind Züchtung und Forschung unverzichtbar.
So äußerte sich ZVG-Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf. Sie wies auf den anhaltenden Abbau universitärer Lehrstühle hin, der Forschung und Ausbildung gefährde. Sie erinnerte an die Forderung nach einem Neustart der Gartenbauwissenschaften und mahnte Bund und Länder an, ihre Kooperationsmöglichkeiten nach Artikel 91b GG zu nutzen.
Ob Wettbewerbsrecht, Förderprogramme oder Naturschutzvorgaben – an vielen Stellen verhindert Bürokratie heute, dass Stadtgrün wirksam eingesetzt werden kann. Wenn die Wirkung von Pflanzen rechtlich nicht mehr benannt werden darf, bewährte Gehölze aus Förderprogrammen ausgeschlossen werden und Kommunen kaum noch geeignete Arten finden, dann läuft etwas grundlegend falsch. Klimaanpassung braucht weniger Ideologie und deutlich mehr fachliche Praxis. Der Gesetzgeber ist jetzt gefordert, bestehende Regelungen kritisch zu überprüfen und den angekündigten Bürokratierückbau endlich umzusetzen.
Dies erklärte BdB-Präsident Hajo Hinrichs. Er forderte eine Überprüfung bestehender Regelungen und die Umsetzung des Bürokratieabbaus.
Der Druck aus der Bevölkerung wächst – Baumentscheid und Berliner Baumgesetz zeigen das –, deshalb müssen Parks, Grün- und Verkehrsräume qualitativ gestaltet werden. Wenn wir genug Platz für Bäume und Versickerung schaffen, profitieren Klima und Stadtbild gleichermaßen – so entstehen lebenswerte, attraktive Städte, die Menschen begeistern.
Dies hob bdla-Vizepräsident Timo Herrmann hervor. Er betonte die Bedeutung von ausreichend Platz für Bäume und Versickerung zur Verbesserung von Klima und Stadtbild.
Die vier Verbände repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich der grünen und blauen Infrastruktur in Deutschland. Sie setzen sich gemeinsam für Stadtgrün und handlungsfähige Kommunen ein. Schirmherr des Parlamentarischen Frühstücks war der Bundestagsabgeordnete Stefan Zierke (SPD), Ehrenpräsident der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft.
