Das Veitshöchheimer Praktikum: Konzept und Vorteile
Die Staatliche Fach- und Technikerschule für Agrarwirtschaft in Veitshöchheim integriert ein dreiwöchiges Praktikum in die Ausbildung zum Techniker im Garten- und Landschaftsbau. Dieses Praktikum, das nach dem ersten Fachschuljahr und der bestandenen Meisterprüfung absolviert wird, ermöglicht den Studierenden eine Orientierung im mittleren Management der Branche.
Nach dem Praktikum kehren die Studierenden für das zweite Schuljahr zurück, das die Bearbeitung von rund 20 Projektaufgaben in den Fächern Grünflächenbau, Pflanzenverwendung, Betriebswirtschaft und Baubetrieb umfasst, ergänzt durch allgemeinbildenden Unterricht. Das Konzept des „Veitshöchheimer Praktikums“ hat sich über 20 Jahre bewährt. Die Studierenden berichten positiv über die Möglichkeit, das Berufsfeld aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.
Ablauf und Nutzen des Praktikums
Die Idee für das Praktikum entstand, um die Studierenden während der Meisterprüfungsphasen sinnvoll einzusetzen. Die Studierenden suchen ihre Praktikumsstellen selbstständig und reichen den Praktikumsvertrag bei der Schulleitung ein. Eine Positivliste praktikantenfreundlicher Unternehmen steht zur Verfügung, aber auch neue Betriebe im In- und Ausland, darunter GaLaBau-Betriebe, Landschaftsarchitekturbüros oder Grünflächenämter, werden berücksichtigt.
Die Praktikumsbetriebe profitieren von diesem Konzept. Die Praktikanten bringen mehrjährige Praxiserfahrung sowie aktuelle theoretische Kenntnisse aus der einjährigen Meisterausbildung mit. Sie sind nach kurzer Einarbeitung einsetzbar und verfügen oft über Kenntnisse in CAD oder Kalkulationsprogrammen, können Handaufmaße erstellen oder Pflanzskizzen bearbeiten. Die Studierenden berichten von ihren Einsatzgebieten und Arbeitserfolgen. Betriebe, die die Praktikanten unterstützen, erhalten für drei Wochen einen zuverlässigen Mitarbeiter.
Nachhaltige Erfahrungen vor Ort
Von den Studierenden wird während des Praktikums eine straffe Selbstorganisation erwartet, einschließlich der Teilnahme an Terminen und der Erstellung von Protokollen oder zusätzlichen Aufgaben. Die Praktikanten werden angehalten, über ihre Leistungen, Aufgaben und Einsätze zu berichten, was zur Führung eines Tagebuchs anregt.
Einsatzgebiete umfassen Materialdisposition, Preisrecherche und Materialbestellung. Sie nehmen an Ortsterminen teil, sind in der Bestandserfassung und bei kleineren Planungsleistungen involviert. Viele berichten, dass ihre CAD-Vorkenntnisse dazu führen, als „Mitarbeiter auf Augenhöhe“ wahrgenommen zu werden, was das Selbstwertgefühl stärkt.
Unabhängig davon, ob sie am Arbeitsalltag eines leitenden Angestellten oder an Besprechungen von Landschaftsarchitekten teilnehmen, ist die aktive Teilnahme und Beobachtung entscheidend. Die Praktikanten erinnern sich an Ortstermine und können das Wesentliche wiedergeben, da sie sich vor Ort ein Bild machen konnten.
Der in der Schule gelernte Stoff wurde mir im Praktikum klarer.
Der Praktikumsbericht spiegelt wider, wie sich der Praktikant mit den Einblicken auseinandergesetzt hat. Der Erfolg des Praktikums hängt vom Engagement des Einzelnen ab. Engagierte Praktikanten erzielen einen größeren Nutzen als jene, die nur oberflächlich agieren. In einigen Fällen hat das Praktikum zur Vermittlung einer Technikerstelle geführt, wenn die Zusammenarbeit positiv verlief.
