Blühende, pflegeleichte Stauden bieten insektenfreundlichen Ersatz
Schaderreger setzen dem traditionellen Formschnittgehölz massiv zu. Neben Buchsbaumzünsler sowie pilzlichen Erkrankungen wie Buchsbaumkrebs und -sterben machen auch weitere Schädlinge den Beständen zu schaffen. Viele Gartenbesitzer und Kommunen ziehen daher Konsequenzen und suchen nach langlebigen, pflegeleichten Alternativen im Gartenbau und Garten- & Landschaftsbau.
„Da kommen ein gestiegenes ökologisches Bewusstsein und das Thema Pflegeaufwand zusammen“, beobachtet Joachim Trox von der Gärtnerei Neuhoff Staudenkulturen nahe Hamburg. „Wenn nur noch intensive Pflegemaßnahmen oder regelmäßiges Spritzen helfen, liegt es für viele Gartenfreunde näher, nach Alternativen zu schauen.“
Der Rückzug des Buchs bedeutet nicht zwangsläufig einen gestalterischen Verlust. Blühende Stauden können Einfassungen und Pflanzgefäße ebenso strukturieren und bieten darüber hinaus ökologische Mehrwerte für Insekten.
Blühstark und schnittverträglich
Stauden punkten mit schneller Wirkung, geringerem Schnittbedarf und großer Artenvielfalt. Für sonnige Standorte empfiehlt Trox insbesondere Immergrünen Gamander (Teucrium x lucidrys), Bergminze (Calamintha) und Katzenminze (Nepeta). Die Arten gelten als robust, standorttolerant und blühfreudig.
Stauden haben drei große Vorteile: Sie machen schnell etwas her, müssen seltener geschnitten werden und bieten eine enorme Vielfalt. Dadurch finden sich für viele Gelegenheiten attraktive und obendrein blühende Alternativen zum Buchs
Vier bis fünf Pflanzen pro laufendem Meter in 9er- oder 11er-Viereckcontainern reichen für eine dichte Einfassung aus. Geschnitten wird in der Regel nur einmal jährlich, idealerweise erst vor dem Frühjahrsaustrieb. Die abgestorbenen Triebe dienen im Winter als natürlicher Schutz.
Breites Sortiment für unterschiedliche Standorte
Als vielseitiger Dauerblüher gilt der Storchschnabel (Geranium), dessen Arten nahezu alle Boden- und Lichtverhältnisse abdecken. Für schattige Bereiche eignen sich kompakte Arten wie Zwerg-Geißbart (Aruncus aethusifolius) oder die immergrüne Traubenlilie (Liriope muscari).
Auch sonnenliebende Schmucklilien (Agapanthus), Lavendel oder Origanum laevigatum bieten strukturgebende Alternativen mit hohem Zierwert. Viele dieser Arten überzeugen zusätzlich durch ihre Attraktivität für Bestäuber.
Naturnahe Gestaltung im Trend
Bei Beeteinfassungen geht der Trend zunehmend zu fließenden Übergängen statt streng geschnittener Linien. Polsterbildende Stauden wie Steinkraut (Alyssum), Blaukissen (Aubrieta), Schleifenblume (Iberis) oder verschiedene Glockenblumenarten eignen sich für strukturierte, aber naturnahe Gestaltungen.
Bei vielen Menschen hat ein Umdenken eingesetzt; auf der Gartenwunschliste stehen immer häufiger mehr Naturnähe und eine artenreiche Bepflanzung. Dazu passend werden die Beetübergänge wieder fließender gestaltet
Ergänzend kommen Katzenpfötchen (Antennaria), Silberwurz (Dryas) oder Teppich-Fingerkraut (Potentilla tridentata) zum Einsatz. Für Fachbetriebe eröffnet der Ersatz von Buchspflanzungen durch Stauden neue gestalterische Spielräume – mit ökologischer Aufwertung und reduziertem Pflegeaufwand.
