Verbände und Organisationen

ZVG-Generalsekretär informiert sich über Gartenbau in der Pfalz

Bertram Fleischer, Generalsekretär des ZVG, besuchte das DLR Rheinpfalz, um sich über dessen Arbeitsschwerpunkte zu informieren. Im Fokus standen Ausbildung, Beratung und das Bund-Länder-Programm zum Schließen von Indikationslücken im Pflanzenschutz.

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ZVG und DLR

Bertram Fleischer, Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau e.V. (ZVG), besuchte das Dienstleistungszentrum Rheinpfalz (DLR), um sich über dessen Arbeitsschwerpunkte zu informieren. Im Fokus standen die Bereiche Ausbildung, Beratung und das Bund-Länder-Programm zum Schließen von Indikationslücken im Pflanzenschutz (BLAG-LÜCK).

Dr. Norbert Laun, Abteilungsleiter Gartenbau am DLR, und Fleischer hoben die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ZVG und DLR hervor, insbesondere bei Informationssystemen und der Lückenindikation.

Kooperation bei Informationssystemen und Lückenindikation

Beide Seiten waren sich einig, dass die Kooperation bei der Weiterentwicklung regionaler Informationssysteme zu bundesweiten Angeboten fortgesetzt werden muss. Die Gartenbauabteilung des DLR entwickelt seit vielen Jahren Informationssysteme wie „InfoAuto“ (heute hortigate), „PS Info“ für Pflanzenschutzmittel und das „Wiki Lexikon hortipendium“. Zudem engagiert sich das DLR Rheinpfalz bei der Koordinierung und Bearbeitung bundesweiter Lückenindikationen für Gartenbaukulturen.

Fleischer und Welmar Rietmann, Geschäftsführer des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, besuchten mehrere Betriebe, um sich von der Qualität vor Ort zu überzeugen. Sie diskutierten mit den Betriebsinhabern aktuelle wirtschaftliche und politische Herausforderungen des Gartenbaus. Bei den Betrieben Wolfgang und Andreas Renner sowie der Genossenschaft Pfalzmarkt in Mutterstadt wurden Themen wie die praktische Umsetzung des Mindestlohns, die Preisentwicklung bei Gemüsekulturen und Herausforderungen in der Ausbildung erörtert.

Ein weiterer Besuch galt Alexander Kientzler, einem Zierpflanzenzüchter und Entwickler von Pflanzenkonzepten. Kientzler führte Fleischer und Rietmann durch seinen Stammbetrieb und den neuen Betrieb in Gensingen.

Wer die Professionalität des Gartenbaus erleben möchte, kommt an einer Reise in die Pfalz nicht vorbei.

Fleischer zeigte sich beeindruckt vom bedeutendsten geschlossenen Gemüseanbaugebiet Deutschlands. Die Pfalz verzeichnet jährlich 450 bis 600 mm Niederschlag. Eine Großraumberegnung sichert den Anbau vieler Gemüsearten in hoher Qualität. Die Bodenverhältnisse ermöglichen oft ein zeitnahes Befahren nach Niederschlägen, was den Anforderungen des Gemüsehandels an Erntemengen entgegenkommt.

Struktur und Leistung des Pfälzer Gemüseanbaus

Auf über 19.100 Hektar Anbaufläche bauen 440 Betriebe Gemüse wie Radieschen, Blumenkohl, Salate, Spargel, Möhren, Lauch, Feldsalat und Zwiebeln an, hauptsächlich für den Frischmarkt. Ein Großteil davon wird über den Pfalzmarkt in Mutterstadt vermarktet. Zusätzlich werden in der Pfalz Gemüse für die Tiefkühlverarbeitung und Kräuter für die Trocknung kultiviert. Die Anbaufläche für Biobetriebe wächst. Der geschätzte Gesamtumsatz in der Pfalz liegt bei rund 370 Millionen Euro.

Professionelle Jungpflanzenbetriebe aus der Region liefern die Rohware als Jungpflanzen in Erdpresstöpfen auf kurzen Wegen. Etwa ein Viertel der Anbaufläche unterliegt der Ernteverfrühung. Tausende Dauerarbeitsplätze und über 26.000 Saisonarbeitskräfte tragen zu einem reibungslosen Ablauf des Pfälzer Gemüsebaus bei.

Eine professionelle staatliche Beratung mit Berufsschul- und Fachschulausbildung durch das DLR Rheinpfalz sichert den Gemüsewirtschaftsstandort in der Vorderpfalz. Das DLR kooperiert eng mit einem privaten Anbieter für Beratungsdienstleistungen (BOLAP), der insbesondere Boden- und Rückstandsproben sowie regelmäßige Feldkontrollen durchführt.

Der gemeinsame Pflanzenschutz- und Anbauservice bietet aktuelle Sachinformationen, die für einen marktorientierten Gemüsebau notwendig sind. Ein guter Informationsstand und die schnelle Integration neuer Ideen und Technologien in die Praxis sind Voraussetzungen für die Zukunft des Gartenbaus in Deutschland. Alle Beteiligten waren sich einig, diese Aufgabe gemeinsam weiter voranzutreiben.

06.10.2015

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